Aktualisiert 16.08.2011 15:42

News of the WorldFührung stimmte Abhörpraktiken zu

Nach neuesten Enthüllungen hat das höchste Management der eingestellten Boulevardzeitung «News of the World» offenbar das Abhören von Promis und Politikern ausdrücklich befürwortet.

Nach einem Bericht der britischen Zeitung «The Guardian» wurde das Anzapfen von Telefonen unter ranghohen Mitarbeitern der im Zuge eines Skandals eingestellten Boulevardzeitung «News of the World» ausdrücklich befürwortet. Das geht aus einem Brief des früheren «News of the World»-Reporters Clive Goodman hervor, der dem «Guardian» vorlag.

Die illegale Abhörpraxis bei «News of the World» war keineswegs nur ein Einzelfall, sondern wurde unter Andy Coulson, dem früheren Chefredaktor und späteren Regierungssprecher von Premierminister David Cameron «breit diskutiert».

Durch die neuesten Behauptungen kommt auch der Sohn des Medienunternehmers Rupert Murdoch mehr und mehr unter Druck. Hat James Murdoch vor einem Parlamentsausschuss nicht die volle Wahrheit? Es stehe die Frage im Raum, ob James Murdoch den Ausschuss in die Irre geführt hat, sagte der Labour-Abgeordnete Tom Watson.

Der 38-Jährige James Murdoch hatte an der Seite seines Vaters vor dem Ausschuss aussagen müssen. Er ist Europa-Chef des Medienkonzerns News Corp., zu dem in Grossbritannien auch die Verlagsholding News International gehört, wo die «News of the World» erschienen war.

«The Guardian» berichtete am Dienstag, Goodman habe den Brief vor vier Jahren verfasst, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen worden war. In dem Schreiben heisst es demnach, das illegale Abhören sei in «voller Kenntnis und mit voller Unterstützung» der «News of the World»-Führung erfolgt. (dapd)

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