Führungskompetenz – Ist sie lernbar oder angeboren?
Aktualisiert

Führungskompetenz – Ist sie lernbar oder angeboren?

Gerne führen ist das eine, die Qualitäten dazu haben das andere. Wo holen sich Mann und Frau das Rüstzeug, um in höheren Aufgaben zu bestehen?

Manuel (25) ist jung, ambitioniert und auf der Karriereleiter schon ziemlich weit oben. Er ist Leiter Produktion bei den SBB, zuständig für Betrieb, Qualität, Sicherheit sowie Finanzen – und hat insgesamt 34 Leute zu führen. Von seiner Arbeitgeberin ist er mit Kursen und Weiterbildungen auf seine Arbeit vorbereitet worden. Wenn ganz alltägliche Problemstellungen wie zum Beispiel die Erstellung des Einsatzplanes warten, helfen ihm aber nicht hochtrabende Theorien, sondern eher gesunder Menschenverstand und Feingefühl. Etwas also, das man nicht in die Wiege gelegt bekommt. Paul Truttmann leitet Seminare in Führungskompetenz und weiss, worauf es ankommt. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Persönlichkeitsbildung. «Erst wer seine Vorzüge kennt, kann sein volles Potenzial abrufen», sagt er. Entsprechend richtet sich der Fokus nicht primär auf die Schwächen, sondern auf die Stärken jedes Einzelnen. Susanne (32), Geschäftsstellenleiterin einer Grossbank in Zug, stützt diese Aussage. Ihr liege der Mensch am Herzen, sagt sie und führt aus, «dass es viel menschliches Gespür brauche, den Mitarbeiter ans Optimum seiner Leistungsfähigkeit zu führen.» Auf dem Weg zur Führungspersönlichkeit passieren Fehler. Manuel ist sich dessen bewusst und räumt ein, dass dieser Prozess eben auch ein «learning by doing» sei.

Obschon den Jungen die Zukunft gehört, sind ältere Führungssemester noch nicht in Vergessenheit geraten. Paul Truttmann stellt fest, dass sein Publikum altersmässig sehr bunt gemischt ist. Die Stärke älterer Führungskräfte umschreibt er mit «hoher Glaubwürdigkeit und Lebenserfahrung». Truttmann glaubt, dass diese Eigenschaften in naher Zukunft wieder vermehrt an Bedeutung gewinnen werden.

Gabriel Aeschbacher

Sind Sie als Führungskraft top?

Ja? Dann können Sie die fünf Fragen der Unternehmensberater Egger und Truttmann beantworten!

Erkennen Sie sich selbst. Dann wissen Sie nämlich, wo Sie der Richtige sind und wovon Sie besser die Finger

lassen. Wissen Sie, was Sie nicht anrühren sollten?

Mut heisst nicht, keine Gefahr zu kennen, sondern sich seiner Angst bewusst zu sein – und den Weg trotzdem

zu gehen. Wissen Sie, wo Sie Mut bräuchten – weil Sie Angst haben?

Der schwierige Mitarbeiter ist oft mein schwieriger Mitarbeiter. Vielleicht hätte meine Kollegin mit ihm keine Probleme. Wissen Sie, mit welchem Typ Mensch Sie immer wieder Scherereien haben?

Der ganz andere ist die beste Ergänzung zu mir. Aber ihn zu respektieren fällt schwer. Wissen Sie, wer dieser ganz andere wäre – und hat er Platz in Ihrem Team?

Die vernunftgeleitete Analyse – Ihr messerscharfer Verstand – begründet Ihren Erfolg. Wissen Sie, wann Ihnen dieses Messer entgleitet, weil unsachliche Gefühle Sie übermannen?

Deine Meinung