Aktualisiert 16.05.2010 19:05

«Chef-Sein»Führungsverhalten gezielt lernen

Führung sei lernbar, sagen die einen. Andere glauben, führen könne nur, wer mit Gottes Talent gesegnet sei.

von
Gabriel Aeschbacher
Zur Tugend einer Führungskraft gehört auch, sich mit Optimismus und Überzeugungskraft vor die Mitarbeitenden zu stellen sowie mit gutem Beispiel voranzugehen. (Bild: Fotolia)

Zur Tugend einer Führungskraft gehört auch, sich mit Optimismus und Überzeugungskraft vor die Mitarbeitenden zu stellen sowie mit gutem Beispiel voranzugehen. (Bild: Fotolia)

Nicht nur an göttliches Talent glaubt Peter Gasser (35), Geschäftsführer Administration und Verkauf in einem KMU-Betrieb mit zwölf Mitarbeitenden. Geht es nach ihm, führt vor allem harte Arbeit ans Ziel. Gasser erinnert sich daran, wie er sich beim Vater die ersten Sporen abverdiente: «Gingen die anderen am freien Mittwochnachmittag aufs Eisfeld, musste ich im elterlichen Betrieb Hand anlegen.» Und glaubt, dass er so von der Pike auf mitbekommen habe, was es brauche, um einen Betrieb auf Vordermann zu halten. Mit einem Abschluss der höheren Fachschule für Wirtschaft ausgestattet, bringt Gasser aber auch einen fundierten theoretischen Hintergrund mit.

Herausfordernd ist für ihn heute die Tatsache, dass es ein Maximum an Flexibilität braucht: «Wusste man früher auf Monate hinaus, welches das Produktionsvolumen ist, plant man heute beinahe täglich neu.» Führungsqualitäten definieren sich für ihn aber nicht nur auf der administrativen Ebene, sondern auch im zwischenmenschlichen Bereich, wo für Gasser Empathie unabdingbar ist. «Nur wer sich in den Mitarbeitenden hineindenkt, kann überhaupt erst führen.» Und Gasser streicht auch die Vorbildfunktion heraus: «Warum sollte der Chef nicht auch einmal derjenige sein, der morgens als Erster im Büro ist und als Letzter am Abend nach Hause geht?»

Doch woher nimmt man all diese Qualitäten aus dem zwischenmenschlichen Bereich? Markus Hürlimann*, bei einer Grossbank mit Privatkunden betraut, sieht nicht in erster Linie das Geld des Kunden, sondern versucht zu spüren, welche Person ihm gegenübersitzt. «Das setzt Erfahrung voraus», findet Hürlimann, welcher findet, dass weit komme, wer Menschen ganz generell genau beobachte. Und diese Eigenschaft könne sich grundsätzlich jeder erwerben. Übereinstimmend sagen Gasser und Hürlimann, dass es vor allem auch darum gehe, offen und authentisch zu kommunizieren. Glaubhaft sei letztendlich nur, wer vor allem sich selber sei und den anderen im Berufsalltag nichts vormache.

*Name der Redaktion bekannt

www.seminare.ch/leadership-training-info.html

www.huelsen.ch

www.activesteps.ch

MUST’S und NO GOES für angehende Führungskräfte

MUST'S

-Vorbild sein und täglich motivieren

-Zuhören können

-Sich selbst kritisch reflektieren und sich kontinuierlich weiterentwickeln

-Ehrlich sein und die Mitarbeitenden wertschätzen

-Offen und verständlich kommunizieren

NO GOES

-Nichteinhalten der selber definierten Regeln

-Destruktiv kritisieren

-Befehlen und stur auf seinen Ansichten beharren

-Bestimmte Mitarbeitende bevorzugen

-Oft seine Meinung ändern

(Tipps von Rolf von Ballmoos, active steps GmbH)

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