Aktualisiert 12.12.2006 11:34

Fünf Arten, mit den Kollegen Weihnachten zu feiern

Wenn die Chefsekretärin in die Lederhosen schlüpft und der Chef plötzlich alle lobt, dann ist es wieder so weit: Sie feiern mit ihren Kollegen Weihnachten. Eine kleine Typologie.

Die Familienfeier: Es gibt Raclette beim Chef zuhause, seine Frau hat noch einen Apfelkuchen gebacken und die Kinder spielen Blockflöte. Wollen Sie wirklich zweimal Familienweihnachten feiern? Bald müssen Sie mit dem Chef und seiner Familie ins Tessin, es folgt die Einladung zur Schultheater-Vorführung der Jüngsten. Bloss weg hier.

Das Rollenspiel: Statt in der Kantine schweigen Sie sich vor weiss gedeckten Tischen und trockenen Truthahnschnitzeln an. Keiner getraut sich, Wein nachzuschenken, und jedes Thema birgt das Risiko, politisch unkorrekt zu sein. Übertrumpfen Sie die schlimmsten Langweiler mit noch dumpferen Antworten und planen Sie Ihre Flucht rechtzeitig.

Die Inszenierung: Sie treffen sich in einer Oldtimer-Garage mit Festbänken drin und ihre Kollegen setzen sich strahlend in die alten Karren und hupen. Das Essen ist kalt und fad, der Rotwein hat Zapfen, aber alle anderen scheinen sich wohl zu fühlen. Schwingen Sie sich auf Ihr Fahrrad und düsen Sie ab.

Das Sparprogramm: Wozu auswärts feiern, wo doch das Sitzungszimmer so gemütlich ist. Statt Traktanden zu wälzen, teilen Sie sich zu acht eine Flasche Weisswein und einen Biber (beides Kundengeschenke). Ein konsumbewusster Kollege googelt den Wein und analysiert das Preis-Leistungs-Verhältnis. Entweder Sie sind ein Biber-Narr oder eine unerschütterliche Frohnatur. Oder Sie sollten die Situation überdenken.

Der Absturz: Das Lokal ist nett, die Kollegen auch und die Drinks erst recht. Sie lachen mit Leuten, mit denen Sie noch nie geredet haben, und sprudeln nur so vor Anekdoten. Bedenken Sie, dass Ihre Kollegen nun tatsächlich zuhören, nicht wie an den Sitzungen. Trinken Sie einen Drink weniger als die anderen und schon gehören Sie am nächsten Tag zu denen, die sich nicht schämen müssen.

Monica Müller

Tipps:

- Wählen Sie Ihren Sitzplatz strategisch aus. Falls der Abend nur neben wenigen Kollegen erträglich ist, gehen Sie am besten mit diesen gemeinsam zum Anlass und weichen nicht von ihrer Seite, bis Sie sich einen Platz neben ihnen gesichert haben.

- Halten Sie jederzeit einen guten Grund für einen abrupten Abgang parat. Nützlich ist der «private Notfall». Zu diesem Zweck engagieren Sie einen guten Freund, der Sie zu einem abgemachten Zeitpunkt aufs Handy anruft. Eine bestürzte Miene, zwei, drei entsetzte «Nein!» – und weg sind Sie.

- Kommen Sie ein wenig später an den Anlass und murmeln Sie beim Eintreffen vor versammelter Belegschaft etwas von «immer diese Überstunden». Ihr Chef wird Sie lieben.

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