Vier Wochen alt – Fünf Büsis in Kartonschachtel vor Schlachthof ausgesetzt
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Vier Wochen altFünf Büsis in Kartonschachtel vor Schlachthof ausgesetzt

Eine Halterin oder ein Halter hat seine Kitten ohne deren Mutter bei einer Berner Metzgerei deponiert. Die Tierschutzorganisation Netap erstattet Anzeige.

von
Zoé Stoller
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Eine Metzgerin fand diese fünf Kitten vor ihrer Haustür in einer Kartonkiste.

Eine Metzgerin fand diese fünf Kitten vor ihrer Haustür in einer Kartonkiste.

Netap 
Die Tierschutzorganisation Network for Animal Protection (Netap) hat die Katzenbabys vorläufig aufgenommen und erstattet Anzeige.

Die Tierschutzorganisation Network for Animal Protection (Netap) hat die Katzenbabys vorläufig aufgenommen und erstattet Anzeige.

Netap 
«Während der Homeoffice-Zeit haben sich zahlreiche Leute unüberlegt Haustiere geholt», sagt die Präsidentin der Tierschutzorganisation.

«Während der Homeoffice-Zeit haben sich zahlreiche Leute unüberlegt Haustiere geholt», sagt die Präsidentin der Tierschutzorganisation.

Netap 

Darum gehts

  • Fünf Kitten wurden ohne ihre Mutter bei einer Metzgerei ausgesetzt.

  • Die Tierschutzorganisation Network for Animal Protection kümmert sich vorübergehend um die Katzen.

  • Laut der Stiftung für das Tier im Recht drohen der Täterin oder dem Täter eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.

Am Dienstagmorgen um 5.00 Uhr fand eine Metzgerin aus dem Berner Mittelland eine Kartonschachtel, aus der leises Mauzen drang. Darin befanden sich fünf kleine Katzen, die offenbar ausgesetzt worden waren. Die Tierschutzorganisation Network for Animal Protection Netap holte die Fellbündel ab und nahm sie vorerst auf.

«Die Kitten sind erst etwa vier Wochen alt und brauchen ihre Mutter», sagt Esther Geisser, Präsidentin der Tierschutzorganisation Netap, zu 20 Minuten. «Katzen sollten mindestens zwölf Wochen mit ihrer Mutter zusammen sein, zudem kann es bei Letzterer zu gesundheitlichen Folgen kommen, wenn ihr plötzlich die Babys entrissen werden.»

Für das Aussetzen der Katzen gibt es für Geisser zwei mögliche Gründe: «Entweder wussten die Aussetzenden, dass die Metzgerfamilie Büsis gut behandelt oder man wollte, dass sie fachgerecht getötet werden.» Für die Tierschützerin gibt es kein mögliches Szenario, in welchem es akzeptabel wäre, ein Haustier auf diese Art wegzugeben. Die Organisation findet immer häufiger verlassene kranke, alte oder neugeborene Katzen an verschiedensten Orten. «Während der Homeoffice-Zeit haben sich zahlreiche Leute unüberlegt Haustiere geholt. Jetzt, da sie wieder reisen möchten, wollen viele ihre Vierbeiner nicht mehr und versuchen sie loszuwerden», erklärt Geisser. Hätten die Tiere Glück, landeten sie im Tierheim. Andere würden ausgesetzt oder getötet. «Es ist unzähligen Menschen nicht bewusst, dass eine Katze bis zu 20 Jahre alt werden kann. Wer nicht bereit ist, diese lebenslange Verpflichtung einzugehen, sollte sich besser ein Plüschtier kaufen.»

Täterin oder Täter macht sich wegen Tierquälerei strafbar

Die Tierschützerinnen und Tierschützer erhoffen sich, dass die Mutter ausgehändigt wird, damit diese mit ihren Kätzchen wieder vereint und zu einem späteren Zeitpunkt kastriert werden kann. Netap hat Anzeige bei der Polizei erstattet. Bis sie ein Tierheim für die fünf Jungen gefunden hat, kümmert sich die Tierschutzorganisation um sie. Die Katzen werden zum Tierarzt gebracht. «Eines ist etwas schwach, die anderen scheinen gesund zu sein», sagt Geisser. Sobald die Kitten alt genug seien, würden sie durch das Tierheim pärchenweise vermittelt.

Gemäss Tierschutzgesetz hat die Täterin oder der Täter klar widerrechtlich gehandelt. Die Stiftung Tier im Recht erklärt: «Diesen Ausführungen zufolge hat sich die beschuldigte Person also einer Tierquälerei, konkret wegen des Aussetzens oder sogar wegen einer Misshandlung, strafbar gemacht.» Sollte sie ausfindig gemacht werden können, drohten ihr eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.

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