Klimaabkommen gekündigt: Fünf Folgen von Trumps Entscheidung

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Klimaabkommen gekündigtFünf Folgen von Trumps Entscheidung

Die USA treten aus dem Pariser Abkommen zum globalen Klimaschutz aus. Das sind fünf Folgen davon.

von
vbi

Der französische Präsident kritisiert die Kündigung des Pariser Abkommens. (Video: Tamedia/AFP)

1. Der US-Rückzug schwächt das Pariser Abkommen und die Welt

Nach dem Ausstieg der USA aus dem Klimaschutzabkommen von Paris wird es für die verbleibenden Staaten noch schwieriger werden, die gesetzten Zielen zu erreichen. Das Übereinkommen vom 12. Dezember 2015 sieht vor, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen und den Ausstoss von Treibhausgasen zu reduzieren. Bis auf Syrien, Nicaragua und nun die USA wollen alle Staaten der Erde dabei helfen, diese Ziele zu erreichen.

Mit dem Austritt der USA als zweitgrösster CO2-Produzent der Welt verliert das Abkommen einen wichtigen Player. Zudem unterstützten die USA Entwicklungsländer bei der Bekämpfung der steigenden Temperaturen finanziell und technisch, wie BBC schreibt.

Donald Trump hat bereits gesagt, dass es seinerseits keine weiteren Zahlungen an den Green Climate Fund, den Klimafonds der Vereinten Nationen, mehr geben werde. Diese Lücke muss gemäss N-TV auf andere Art geschlossen werden.

2. China kann profitieren

Xi Jinping, Präsident des weltgrössten CO2-Emittenten China, will dem Klimaabkommen auf jeden Fall treu bleiben. In Zusammenarbeit mit der EU will China einen Plan entwickeln, wie die Verwendung von Kohle reduziert werden kann. So könnte das Land das Image des grössten Klimasünders loswerden.

Zudem könne es passieren, dass die USA ihre gute Ausgangssituation im Bereich der erneuerbaren Energien sowie der Speichertechnologien aufs Spiel setzen und China das Feld als Technologieführer überlassen, so N-TV.

3. Wirtschaftsbosse sind enttäuscht

Viele US-Unternehmen haben sich in den letzten Wochen dafür eingesetzt, dass ihr Land dem Klimaschutzabkommen treu bleibt, darunter Firmen wie Google und Apple, aber auch grosse Mineralölkonzerne wie Exxon Mobil.

Exxon-CEO Darren Woods hat Trump sogar einen persönlichen Brief geschrieben. Die USA seien gut positioniert und sollten sich einen Sitzplatz am wichtigen Verhandlungstisch sichern, zitiert ihn BBC. Andere CEOs wie Tesla-Gründer Elon Musk oder Disney-Boss Robert Iger haben nach Trumps Entscheid ihre Beratertätigkeit gekündigt.

4. Ein Comeback der Kohle wird es nicht geben

Zwar sind viele Entwicklungsländer noch immer von Kohle abhängig, aufgrund der Auswirkungen dieser Energiequelle auf die Luftqualität wird sie da aber vermehrt kritisiert. Experten gehen davon aus, dass die Kohle nach und nach ersetzt werden wird.

Auch andere Länder wenden sich von der Kohle als Energielieferantin ab. So will Grossbritannien bis 2025 keine mehr nutzen. Schwellenländer wie Indien stehen ebenfalls vor einer Abwendung. In jüngster Zeit lag dort der Preis für Solarenergie um knapp 20 Prozent unter dem Durchschnittspreis für Strom aus Kohlekraftwerken.

Und obwohl Trump vermehrt behauptete «Wir bringen die Kohle zurück», arbeiten in der Kohleindustrie in den USA nur noch halb so viele Menschen wie in der Solarindustrie.

5. Die Emissionen werden trotzdem sinken

Trotz des Ausstiegs aus dem Abkommen wird der Verbrauch von Kohle in den USA sinken. Die Konkurrenz von billigem Erdgas aus Fracking sowie von erneuerbaren Energien ist zu stark. Kohle rentiert nicht mehr.

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