19.06.2015 23:21

Stefan RaabFünf Gründe, die zu seinem Abgang führten

Stefan Raab mag nicht mehr. Die Frage, die sich alle stellen: Wieso nur? 20 Minuten versucht, Licht ins Dunkel zu bringen.

von
Yves Schott
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Es gab Spekulationen über ein Zerwürfnis mit Prosieben: TV-Entertainer Stefan Raab hört auf Ende Jahr auf. (12. September 2012)

Es gab Spekulationen über ein Zerwürfnis mit Prosieben: TV-Entertainer Stefan Raab hört auf Ende Jahr auf. (12. September 2012)

Keystone/Marcus Brandt
Gewann alle wichtigen Fernsehpreise: Raab erhält den Deutschen Fernsehpreis. (3. Oktober 2011)

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Keystone/Oliver Berg
Erfinder von neuen Formaten: Wok-Weltmeisterschaft. (8. März 2010)

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Keystone/Martin Schutt

Rund 22 Jahre lang ging im deutschen Fernsehen ohne ihn fast gar nichts. Nun will Stefan Raab dem TV für immer den Rücken kehren. Oder, um es in seinen Worten auszudrücken: Er will die «Fernsehschuhe an den Nagel hängen».

Ganz überraschend kommt der Rücktritt nach all der Zeit zwar nicht – trotzdem fragen sich viele: Warum gerade jetzt? Ein Erklärungsversuch.

1. Die Familie

Über Raabs Privatleben ist nicht viel bekannt. Was man weiss, ist, dass seine Lebenspartnerin Nike heisst und sie zwei gemeinsame Kinder haben. Die Familie wohnt in einer Villa ausserhalb von Köln. Möglicherweise will er in Zukunft mehr Zeit mit seinen Liebsten verbringen.

Schon 1999 sagte Raab bei «Spiegel TV»: Ich möchte nicht irgendwann mal meinen Kindern erzählen müssen: ‹Guck mal, da im Fernsehen ist der Papa, der macht da den lustigen Onkel, damit er euch was zum Anziehen kaufen kann.›» Zudem meinte er, er könne sich nicht vorstellen, mit 50 noch im Fernsehen zu sein.

2. Das Fernweh

Schon vor einigen Jahren träumte Raab von einer Weltreise. 1999 schrieb er in der «Zeit»: «Ich habe einen Riesentraum: Ich will für ein paar Jahre mit einem grossen Katamaran um die Welt segeln. Die Idee lässt mich gar nicht mehr los.» Setzt er diese Pläne nun in die Tat um? Auch seine Freundin bezog er damals mit in die Überlegungen ein: «Die würde halt in die Karibik nachfliegen.»

3. Die Quoten

Am 8. März 1999 ging «TV total» auf Sendung. Schnell entwickelte sich das Format zum Quotenhit. Im Jahr 2000 schalteten im Schnitt über 3,2 Millionen Zuschauer ein, was einem Marktanteil von mehr als 16 Prozent entsprach.

In den letzten Jahren schleppte sich das einstige Prosieben-Zugpferd allerdings mehr schlecht als recht durchs Programm: 2013 brach die Quote auf rund 5 Prozent ein. Vielleicht konnte und wollte Raab diesen Niedergang nicht mehr länger ertragen.

4. Die Erschöpfung

Der TV-Zampano wirkte, ausser vielleicht bei «Schlag den Raab», in jüngster Vergangenheit des Öfteren unmotiviert. Seine Auftritte bei «TV total» absolvierte er als lustlose Pflichtübung. Auf Provokationen wie etwa die von Jan Böhmermann reagierte er gar nicht erst. Grosse Würfe wie «Maschendrahtzaun» oder der Boxkampf gegen Regina Halmich liegen Jahre zurück. Die Vermutung: Raab mag einfach nicht mehr, schliesslich hat er alles erreicht, was es im deutschen TV zu erreichen gibt.

5. Das Publikum

Für die junge Generation der 90er-Jahre war Raab ein Star. Frech, respektlos, Grenzen überschreitend. Dies brachte ihm viel Respekt und vor allem gute Quoten ein. Doch der Entertainer hat sich offenbar selbst überlebt: Sein damaliges Publikum ist mittlerweile zu alt für die platten Gags, die Jugendlichen von heute möchten nicht mehr zu einer bestimmten Zeit vor den Fernseher sitzen. Lustige Videoclips gibt es ausserdem millionenfach im Internet.

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