Frauen reingelegt: Fünf Jahre Knast für Taxi-Vergewaltiger
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Frauen reingelegtFünf Jahre Knast für Taxi-Vergewaltiger

Ein St. Galler Taxifahrer ist wegen mehrfacher Vergewaltigung von Passagierinnen zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der 42-jährige Türke wird zudem mit einem Berufsverbot belegt.

von
voi

Die Passagierin war stark betrunken. Trotzdem wehrte sie sich und wollte mehrmals fliehen – einmal splitternackt und barfuss in der kalten Winternacht. Der Angeklagte packte die Frau jedoch wieder und zerrte sie zurück ins Taxi, so die Version der Staatsanwaltschaft zu einer Serie von Verbrechen, die in St. Gallen vor rund zwei Jahren für grosse Unruhe sorgten.

Unter Todesängsten gab die Frau ihren Widerstand schliesslich auf. «Sie hatte keine Chance», sagte der Staatsanwalt. Die erlittenen Verletztungen seien eindeutig. Laut den späteren Untersuchungen im Spital hatte das Opfer mehrere Hämatome und Kratzspuren. «Sie war übel zugerichtet», sagte der Staatsanwalt. Nach der Vergewaltigung erinnerte sich der Vergewaltiger wieder an seinen ursprünglichen Auftrag und fuhr sein Opfer nach Hause.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass dies kein Einzelfall war. Eine ebenfalls gut 20- jährige Frau, die den Taxifahrer von früheren Fahrten kannte, war ebenfalls betrunken, als der Angeklagte sie vergewaltigte. Eine dritte Frau, die sich nach einem Aufruf in den Medien meldete, beschuldigt den Mann, sie sexuell genötigt zu haben.

Berufsverbot gefordert

Die Staatsanwaltschaft forderte für den dreifachen Familienvater wegen mehrfacher Vergewaltigung, mehrfacher Freiheitsberaubung und Entführung, versuchter sexueller Nötigung und sexueller Belästigung eine Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren.

Der Angeklagte habe das Vertrauen, das Kunden Taxifahrern entgegenbrächten, schamlos ausgenützt. Seit seiner Festnahme sei wieder Ruhe im St. Galler Taxi-Geschäft eingekehrt. Der Staatsanwalt verlangte ein fünfjähriges Berufsverbot für den beschuldigten Taxi- Chauffeur.

Die beiden Vergewaltigungs-Opfer fordern eine Genugtuung von je 25 000 Franken. Sie seien traumatisiert und benötigten eine Psychotherapie, sagte die Opfervertreterin.

«Wir hatten einvernehmlichen Sex»

Der Taxifahrer fordert einen vollumfänglichen Freispruch. «Wir hatten einvernehmlichen Sex», sagte er am Donnerstag vor dem Kreisgericht St. Gallen.

«Ich bin unschuldig», sagte der 42-jährige Taxifahrer am Ende der gut vierstündigen Gerichtsverhandlung. Er habe mit beiden angeblichen Vergewaltigungsopfern Sex gehabt, aber dieser sei einvernehmlich gewesen, sagte der Beschuldigte.

Er wolle die Opfer nicht zu Täterinnen machen, aber die Wahrheit ans Licht bringen, sagte sein Verteidiger. Die beiden Frauen hätten den Geschlechtsverkehr gewollt. Der Angeklagte habe die Frau, die er in der Nacht auf den 28. Januar heimfuhr, nicht bedroht und keinerlei Gewalt angwendet.

Der Verteidiger forderte einen vollumfänglichen Freispruch. Weil der Angeklagte seit zehn Monaten unschuldig in Untersuchungs-, bzw. Sicherheitshaft sitze, verlangt der Verteidiger für den 42-jährigen Familienvater aus der Türkei Schadenersatz und Genugtuung von 75 000 Franken.

Das Gericht folgte den Ausführungen der Verteidigung nicht und verhängte eine fünfjährige Freiheitsstrafe wegen mehrfacher Vergewaltigung. Die beiden Vergewaltigungs-Opfer erhalten eine Genugtuung von 15'000, beziehungsweise 20'000 Franken. Der Angeklagte akzeptiert das Urteil nicht. Dies sagte sein Verteidiger nach der Gerichtsverhandlung

(voi/sda)

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