Aktualisiert 09.12.2007 05:16

Fünf Minuten Dunkelheit

Gestern um 20 Uhr ist es in der Schweiz, Österreichs und Deutschlands dunkel geworden - ein bisschen. Die Bevölkerung war dazu aufgerufen worden, für fünf Minuten das Licht zu löschen und damit ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen.

An der Aktion beteiligten sich zahlreiche Städte, darunter Zürich, Bern, Winterthur und Zug. Auch grosse Unternehmen wie Migros, Coop, Axpo oder Kuoni hatten ihre Teilnahme angekündigt.

Initiiert hatte die Aktion die deutsche Boulevardzeitung «Bild». In der Schweiz wurde sie von «Blick» und «SonntagsBlick» (wo nach Angaben der «SonntagsZeitung» übrigens das Licht am Samstagabend brannte), Greenpeace, WWF, Pro Natura, Google und Pro 7 unterstützt. Im östlichen Nachbarland war die Tageszeitung «Österreich» federführend.

Die Aktion fand zur Halbzeit der Weltklimakonferenz auf der Insel Bali statt, wo bis zum 14. Dezember über ein Nachfolgeabkommen des 2012 auslaufenden Klimaschutzprotokolls von Kyoto verhandelt wird.

Keine Probleme mit dem Stromnetz

Im Vorfeld war befürchtet worden, dass beim Wiederanschalten des Lichts in manchen Regionen das Stromnetz zusammenbrechen könnte. Um 20.05 Uhr wurde das Licht überall wieder eingeschaltet. Dies führte nach ersten Erkenntnissen in keinem der Länder zu Problemen mit dem Stromnetz. In der Schweiz konnten die Schwankungen problemlos ausgeglichen werden - die Schwankungen waren so klein, dass sie kaum zu messen waren.

Der Sprecher des Stromkonzerns Axpo, Hansjörg Schnetzer, sprach von «Schwankungen im Bereich des Üblichen». Das Licht mache nur 10 Prozent der 2000 Megawatt Strom aus, die an einem Samstagabend zu dieser Uhrzeit benötigt würden. Hätten sich 10 Prozent der Bevölkerung an der Aktion beteiligt, wären also Schwankungen im Bereich von nur einem Prozent entstanden.

Tausende an Demonstrationen

Anlässlich des Klimatages gab es am Samstag in vielen europäischen Städten Demonstrationen. In Deutschland gingen rund 10 000 Menschen für den Klimaschutz auf die Strasse, allein in Berlin waren es rund 5000.

In London zogen rund 7000 Menschen vor die US-Botschaft. Einige von ihnen trugen Poster, auf denen US-Präsident George W. Bush zu sehen war und der Schriftzug «Gesucht wegen Verbrechen gegen den Planeten». In Stockholm zählte die Polizei rund 1000 Demonstranten. (sda)

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