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Anklage FalschaussageFünf Polizisten nicht der Lüge schuldig

Freispruch für fünf Polizisten im Waadtland. Ein 16-Jähriger hatte geklagt, ihm sei Pfefferspray ins Gesicht gesprüht worden. Die fünf Angeklagten hätten ihren Kollegen mit einer Lüge gedeckt.

Das Bezirksgericht in Nyon hat am Montag fünf Polizisten freigesprochen. Ihnen war vorgeworfen worden, sie hätten Falschaussagen gemacht, um einen Kollegen zu decken. Ein 16-Jähriger hatte einem der Polizisten vorgeworfen, ihm Pfefferspray ins Gesicht gesprüht zu haben.

«Das Gericht glaubt nicht an einen Komplott der Polizei», sagte Gerichtspräsident Pierre Bruttin als er den Freispruch verkündete. Damit folgte das Gericht der Verteidigung, die ebenfalls einen Freispruch gefordert hatte. Hingegen hatte der Staatsanwalt eine Strafe von 40 Tagessätze zwischen 80 und 100 Franken auf Bewährung verlangt.

Verhängnisvolle Neujahrsnacht 2006

Die vermeintliche Tat ereignete sich in der Neujahrsnacht 2006. Damals war ein 16-jähriger Mann aus Eritrea in Lausanne von der Polizei angehalten worden. Dabei beschimpfte dieser die Polizisten, worauf sie den jungen Mann in ihr Auto verfrachteten. Bis dahin waren sich allen Beteiligten einig über den Verlauf der Geschichte.

Von da an gingen die Versionen jedoch diametral auseinander. Der Minderjährige beschuldigte die Polizisten, ihn mitten in der Nacht auf der Strasse abgesetzt zu haben. Zudem hätte einer von ihnen ihm Pfefferspray ins Gesicht gesprüht.

Die Polizeibeamten hingegen sagten aus, sie hätten den jungen Mann ein Stück mitgenommen und ihn bei einer Bushaltestelle abgesetzt. Den Einsatz von Pfefferspray bestritten sie.

Zeugin aufgetaucht

Der Polizist mit dem Pfefferspray hatte sich bereits früher in dieser Sache verantworten müssen. Ein Lausanner Gericht hatte ihn jedoch aufgrund der Zeugenaussage seiner Kollegen freigesprochen.

Eine ehemalige Polizeiangestellte aber beschuldigte die Männer in einem Brief an die Behörden, sie hätten das Fehlverhalten mit einer abgesprochenen Aussage vertuschen wollen. Sie bezog sich dabei auf ein vertrauliches Gespräch mit einem der damals beteiligten Polizisten. (sda)

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