Aktualisiert 21.08.2012 13:07

Rückblick GamescomFünf Spiele, die Ihnen den Kopf verdrehen

Ego-Shooter und Action-Spiele dominierten Europas grösste Spielemesse Gamescom: Abseits des Mainstreams handeln die innovativsten Videospiele von Sucht, Verlust und dem wilden Leben.

von
Jan Graber
Kopf verloren: Im Jump'n'Run «Puppeteer» setzt sich der Held unterschiedliche Köpfe auf, um neue Fähigkeiten zu erlangen. «Puppeteer» gehört mit zu den schönsten, an der Gamescom gezeigten Games.

Kopf verloren: Im Jump'n'Run «Puppeteer» setzt sich der Held unterschiedliche Köpfe auf, um neue Fähigkeiten zu erlangen. «Puppeteer» gehört mit zu den schönsten, an der Gamescom gezeigten Games.

Die ständigen Reprisen der Gamebranche können mir bisweilen die Lust auf Videospiele ganz schön verderben. Das Resultat: der Action-Koller. Zugegeben: Die neuste Ballerorgie aus der «Call of Duty»-Reihe, die in der beinahe zehnten Ausführung erscheint oder das Fussballspektakel «Fifa», von dem die zwanzigste Interpretation ansteht, sie alle sind exzellente Games, für die erneut Millionen von Spielern in die Brieftasche greifen werden. Aber erfrischende Ideen haben diese Games nicht im Ansatz zu bieten.

Just zur diesjährigen Gamescom war es so weit, mich ergriff der eingangs erwähnte Actionkoller: Das Bombardement mit dem ewig Gleichen weckte einen zugegebenermassen zeitlich ungünstigen Abwehrreflex.

Da wir zum anlaufenden Weihnachtsgeschäft aber früh genug knietief in virtuellem Blut waten werden, liess ich Krieg Krieg sein, und machte mich auf die Suche nach dem, was die Spielbranche über die reine Repetition hinaus zu bieten hat: Games, die inspirieren, weil sie ungewöhnliche Spielideen, überraschende Geschichten, eine einzigartige Grafik oder ein neues Spielprinzip bieten. Spiele, hinter denen nicht Manager und Buchhalter stehen, sondern mutige Köpfe, die das Neue wagen, ohne zu wissen, ob sie damit Erfolg haben.

Sucht als Thema: «Papo & Yo»

Themen wie Religion, Politik und Alkoholismus sucht man in der Spielwelt vergebens. Gamedesigner Vander Caballero will dies mit «Papo & Yo» ändern. Im optisch charmanten und emotional bewegenden Adventure-Game verarbeitet er die Alkoholsucht seines Vaters, ohne je peinlich zu werden.

(YouTube)

Für Aufreisser: «Tearaway»

Mit «Little Big Planet» schuf sich Media Molecule den Ruf als eines der innovativsten Gamestudios. Nach über vier Jahren hat das Entwicklerstudio sein neustes Werk enthüllt: «Tearaway». Spieler steuern im PS-Vita-Game die Figur Iota, der in einer vollständig aus Papier gestalteten Welt lebt. Das Einzigartige: Spieler können quasi physisch in Iotas Welt eingreifen, um sie zu verändern und dem witzigen Kerlchen den Weg freizumachen.

(YouTube.com)

«Puppeteer»: Welch ein Theater!

«Normalerweise bewegen sich Spielfiguren durch ihre Umwelt. Wir aber bewegen die Umwelt um die Spielfigur», sagte Creative Director Gavin Moore von den Japan Studios, als er das Jump'n'Run «Puppeteer» vorstellte. Die gesamte Handlung spielt auf einer virtuellen Theaterbühne, deren Bühnenbild sich blitzschnell ändern kann. Die Inspiration kommt aus dem japanischen Kabuki-Theater. Entwickelt hat Moore das Spiel, um die Fantasie seines Sohnes anzuregen – der eines Tages genug von den stets gleichen Videogames hatte.

(YouTube)

Regen macht schön: «Rain»

Gespannt sein dürfen Liebhaber ungewöhnlicher Spiele auf «Rain»: Ein Junge erwacht in einer Welt, in der es regnet. Für den Spieler sichtbar wird der Held nur als Silhouette im Regen, wo es trocken ist, sieht man nur seine Fussabdrücke. Das Abenteuerspiel erinnert an Klassiker wie «Ico».

(YouTube)

Schwarzmaler: «The Unfinished Swan»

Das wohl schönste an der Gamescom vorgestellte Spiel war «The Unfinished Swan», das wir bereits vorgestellt haben und das von einem tragischen Verlust und der Suche nach der Erinnerung handelt. Ein poetisches Meisterstück in Schwarz und Weiss.

(YouTube)

Game-Channel

News, Tests und Hintergründe aus der Welt der PC-, Konsolen- und Mobile-Spiele erhalten Sie im Game-Channel von 20 Minuten Online.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.