Menstruationsurlaub: «Fünf Tage frei? Auf einmal haben alle Frauen Periodenschmerzen»

Aktualisiert

Menstruationsurlaub«Fünf Tage frei? Auf einmal haben alle Frauen Periodenschmerzen»

In Zürcher Stadtverwaltungen sollen erstmals in der Schweiz Mitarbeiterinnen Ferientage während ihrer Menstruation erhalten. Der Grossteil der Community hält das für keine gute Idee.

von
Deborah Gonzalez

Das sagte die Community im Mai zum Mens-Urlaub.

20min

Darum gehts

  • Der geplante Mens-Urlaub in Zürcher Stadtverwaltungen sorgt unter Frauen für Diskussionen.

  • Aber auch die Community äussert ihre Meinung in den Kommentaren.

  • Die Mehrheit der Leserinnen und Leser ist gegen den Pilotversuch.

  • Nur wenige finden es eine gute Idee, wenn Frauen bis fünf Tage im Monat zu Hause bleiben dürfen.

Im Rahmen eines Pilotversuchs sollen Mitarbeiterinnen der Stadt Zürich bei starken Periodenschmerzen bis zu fünf Tage im Monat freibekommen. Das hat das Stadtparlament nach heftigen Diskussionen entschieden.
In der 20-Minuten-Community kommt das nicht allzu gut an, nur wenige sprechen sich für eine solche Regelung aus:

«Wenn eine Frau nicht arbeiten kann, sollte das akzeptiert werden»

Gerda2 etwa erzählt von ihren Erfahrungen: «Ich hatte immer während der ersten Tage so starke Schmerzen, dass ich mehr als einmal ohnmächtig wurde. Ich überstand es nur mit starken Schmerzmitteln und arbeitete wie durch einen Nebel.»

Auch fanta4 schreibt: «Menschen, die nicht unter starken Menstruationsschmerzen leiden, können sich nicht vorstellen, wie sich das anfühlt.» Und: «Wenn eine Frau aufgrund der Schmerzen nicht arbeiten mag, sollte das vom Arbeitgeber akzeptiert werden.»

«Ich traue mich nicht, zu Hause zu bleiben»

Auch männliche Kommentierende sehen es ähnlich. So auch Cardan: «Ich verstehe die Gründe für dieses Politprojekt. Ich kenne Frauen, die massive Probleme während ihrer Periode haben.» Look-smile versetzt sich in die Position des Arbeitgebers und schreibt: «Einen Tag sollte man sich nehmen können, weitere müsste man besprechen. Ich finde, es ist okay, wenn man mal zu Hause bleibt, wenn die Schmerzen so stark sind.»

Ausserdem meint er: «Ich finde es auch falsch zu erwarten, dass sich die Mitarbeiterinnen mit Schmerzmitteln vollpumpen, um zu arbeiten – das kann auch nicht gesund sein.» Vany findet das Pilotprojekt gut: «Ich habe immer schreckliche Schmerzen, traue mich aber nicht, immer zu Hause zu bleiben. Deshalb fände ich es gut, wenn ein Gesetz dies erlauben würde.»

Sollten Frauen wegen Periodenschmerzen freibekommen?

«Fünf freie Tage pro Monat – das klingt verlockend»

Viel mehr Leserinnen und Leser sind jedoch gegen das Projekt. So auch Amas: «Wer sich krankmelden muss, kann das ja machen – eine gesetzliche Verankerung ist jedoch ein Schlag ins Gesicht für alle, die mit anderen Leiden zu kämpfen haben und dennoch arbeiten gehen.»

Ähnlich sieht es Kay39: «Auch als Frau muss ich sagen, dass ich das heikel finde. Schmerz lässt sich weder messen noch kontrollieren.» Sie glaubt, dass eine Regelung dieser Art zu Missbrauch führen würde: «Fünf bezahlte freie Tage pro Monat – das klingt verlockend. Diese Freitage sollten nur nach genauer Abklärung und dem Ausschöpfen aller medizinischen Möglichkeiten gewährt werden.»

«Wo führt das alles noch hin?»

Tjololo sitzt im Rollstuhl und schreibt, dass er immer Schmerzen verspürt und vier Mal täglich auf Morphium angewiesen ist. Er fügt an: «Ich gehe trotzdem jeden Tag zur Arbeit, obwohl mir die Schweissperlen vor Schmerzen von der Stirn rollen!»

Fabi,rs fragt: «Wo führt das alles hin? Und wer bezahlt das wieder? Daran denkt auch niemand!» Und Noname243 kommentiert: «Ich als Mann verstehe dieses Thema vielleicht nicht gut. Aber wenn man sich nicht wohlfühlt und Schmerzen hat, kann man sich ja immer noch krankschreiben lassen und bleibt dann halt drei Tage zu Hause.» Er denkt: «Andernfalls legen sich Frauen damit wieder selber ein Ei und stehen auf dem Arbeitsmarkt schlechter da.»

«Ich könnte es mir nicht leisten, wenn Frauen so oft krank sind»

Auch RoliBird denkt, dass Frauen ein solches Gesetz ausnutzen könnten: «Wenn Periodenschmerzen zum Bezug von fünf freien Tagen pro Woche berechtigen, haben plötzlich 95 Prozent der arbeitenden Frauen Periodenschmerzen. Ich verstehe jeden Arbeitgeber, der unter diesen Umständen bei Neueinstellungen einen Mann bevorzugt.» Ähnlicher Meinung ist Dani Danilo: «Würde so etwas gesetzlich verankert werden, würde ich als Inhaber eines KMU bestimmt keine jüngere Frau mehr einstellen. Ich könnte es mir schlichtweg nicht leisten.»  

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