Flughafen Wnukowo: Fünf Tote bei Flugzeug-Crash in Moskau
Aktualisiert

Flughafen WnukowoFünf Tote bei Flugzeug-Crash in Moskau

In Moskau ist ein Passagierflugzeug beim Flughafen Wnukowo über die Landebahn hinausgeschossen und hat Feuer gefangen. Fünf Personen starben, drei weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

von
aeg

Ein Passagierflugzeug ist auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo über die Landebahn und durch einen Zaun auf eine Strasse hinausgeschossen. Fünf Menschen starben, drei weitere wurden bei der Bruchlandung am Samstag lebensgefährlich verletzt.

Nachdem zunächst schlechte Wetterbedingungen sowie ein möglicher Pilotenfehler als Ursachen für das Unglück in Erwägung gezogen worden waren, schlossen die Ermittler dies nach Angaben aus Sicherheitskreisen schliesslich aus.

«Vorläufigen Erkenntnissen zufolge wurde die Wnukowo-Katastrophe durch Probleme mit dem Flugzeug verursacht, die bei den schlechten Wetterbedingungen zutage traten», sagte ein Sicherheitsbeamter der Nachrichtenagentur Interfax. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte starker Wind mit Schneefall.

Die Piloten hätten nach dem Aufsetzten alles versucht, um die Maschine zum Stehen zu kriegen. «Aber aus irgendeinem Grund hat das Flugzeug nicht gestoppt.» Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Behörden von den sichergestellten Flugschreibern.

Das Flugzeug vom Typ Tupolew Tu-204 war beim Unfall teilweise auf eine nahe gelegene Autobahn gerutscht und in mehrere Teile zerbrochen. Das russische Fernsehen zeigte Bilder des Wracks, das mit abgebrochenem Bug auf einer Strasse lag. Berichte über Zusammenstösse mit Autos lagen nicht vor.

Nur Besatzung an Bord

Die Tupolew der Fluggesellschaft Red Wings war ohne Passagiere an Bord aus dem tschechischen Pardubice gekommen. Bei allen acht Insassen habe es sich um Besatzungsmitglieder gehandelt. Die drei Überlebenden des Unglücks schweben mit Kopfverletzungen in Lebensgefahr.

Die Airline Red Wings gehört einer Holding des russischen Milliardärs Alexander Lebedew, der auch Anteile an der Fluggesellschaft Aeroflot hält. Die Charterlinie betreibt bis zu zehn Maschinen des Typs 204, die bis zu 210 Passagiere transportieren können.

Vor dem Start in Pardubice sei das Flugzeug untersucht worden. Es habe keine technischen Mängel aufgewiesen, zitierte das tschechische Fernsehen den Direktor des Flughafenbetreibers, Jan Anderlik.

Technische Probleme

Bislang hatte es Berichten zufolge keine tödlichen Unfälle mit TU-204-Maschinen gegeben. In letzter Zeit häuften sich indes Meldungen über technische Mängel.

Bereits in der vergangenen Woche sei eine Tu-204 auf dem sibirischen Flughafen von Nowosibirsk von der Landebahn abgekommen, berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti. Der Tupolew-Konzern wurde in einem Schreiben aufgefordert, rasch vorbeugende Massnahmen vorzunehmen. (aeg/sda)

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