Aktualisiert 08.12.2008 15:53

Berneck

Fünf Verletzte nach Ballonabsturz

Ballon-Unfall in Berneck (SG):
Ein Heissluftballon mit drei Insassen ist beim Start mit einer Stromleitung kollidiert und abgestürzt. Fünf Personen wurden verletzt. Darunter der Pilot, ein zweifacher Schweizermeister im Ballonfahren.

Der Ballon sei gegen neun Uhr beim Startmanöver in eine Stromleitung abgelenkt worden, teilte die St. Galler Polizei mit. Dabei habe sich der Korb von der Ballonhülle getrennt und sei mehrere Meter in die Tiefe gestürzt.

Der verunglückte Ballon gehört laut Online-Ausgabe des «St. Galler Tagblatts» einem bekannten Ostschweizer Ballonteam. Dies bestätigte der Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen Hans- Peter Euguster gegenüber der SDA: «Der erfahrene Pilot hat den Start selbst vorbereitet.»

«Insassen hatten riesiges Glück»

Drei Personen wurden mit unbestimmten Verletzungen ins Spital eingeliefert, zwei weitere kamen mit leichten Verletzungen davon. Laut Rega hatten die Insassen «riesiges Glück». Aufgrund des Unfallherganges sei es verwunderlich, dass es keine Schwerverletzten gab, sagte Sprecher Geri Baumann auf Anfrage von 20 Minuten Online. Ein Insasse sei aber sicherheitshalber mit der Rega ins Kantonsspital St. Gallen geflogen worden. Die restlichen Verletzten konnten mit der Ambulanz ins Krankenhaus gebracht werden.

Ballon flammte auf

Der Kommandant der ausgerückten Feuerwehr Berneck-Au-Heerbrugg, Christian Siegrist, berichtete gegenüber 20 Minuten Online, dass die Ballonhülle beim Touchieren der Stromleitung aufflammte, aber sofort wieder erlosch. Berichte, dass die Gastanks an Bord explodiert und der Ballon brennend davongeflogen sei konnte er nicht bestätigen.

Alpenüberquerung geplant

Die Ballon-Crew wollte von Berneck im St. Galler Rheintal aus zu einer Alpenüberquerung starten - nicht die erste des Piloten. Gemäss Homepage des Schweizermeisters von 2006 und 2008 war er seit dem Jahr 2000 über 1300 Stunden in der Luft und absolvierte dabei 22 Alpenüberquerungen.

Wieso es beim Start zur Kollision mit dem Strommast kam, ist zur Zeit noch nicht bekannt. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) untersucht den Unfallhergang, wie die Polizei mitteilte. Agenturmeldungen zufolge kam es aufgrund der beschädigten Stromleitung in der Region zu Stromunterbrüchen.

(ap/sda/amc)

Ballon-Unfälle in der Schweiz

Unfälle mit Ballonen sind eher selten. Ursachen sind meist Windböen oder die Berührung von Stromleistungen. Nachfolgend die schwersten Ballonunglücke in der Schweiz der letzten zwölf Jahre:

12. Juli 2008: Bei der Landung eines Heissluftballons wird in Arnegg SG eine 42-jährige Frau verletzt. Der Ballon war von einer kräftigen Windböe erfasst und nach unten gedrückt worden.

4. Okt. 2005: Bei einer unsanften Landung eines Heissluftballons werden bei Chur der Pilot und einer der beiden Passagiere verletzt. Der Ballon prallte bei starkem Wind gegen einen Erdwall, der Korb kippte, und die Insassen fielen hinaus.

30. Juli 2005: An der Eröffnungsfeier des «Stade de Suisse» in Bern löst sich ein Helium-Fesselballon und stürzt mit einem Darsteller ausserhalb des Stadions ab. Der Mann wird verletzt.

23. Juli 2004: Der Hiflyer-Fesselballon beim Verkehrshaus Luzern wird von einer Windböe erfasst und gegen ein Gebäude geschmettert. Eine indische Touristin stirbt beim Sturz aus dem Ballon. Der Pilot wird wegen fahrlässiger Tötung verurteilt: Er habe die Wettersituation falsch eingeschätzt.

8. Aug. 2002: Bei Zizers GR touchiert ein Wasserstoff-Ballon eine Stromleitung und gerät in Brand. Zwei Passagiere werden schwer verletzt. Als Gründe nennt das Büro für Flugunfalluntersuchung Unerfahrenheit des Piloten und schlechte Flug-Vorbereitung.

9. Mai 2001: In Jaun FR touchiert ein Heissluftballon eine 17 000-Volt-Leitung. Offenbar war der Pilot beim Landeanflug durch die Sonne geblendet worden und hatte die fragliche Leitung zu spät bemerkt. Er erlitt schwere Verbrennungen.

11. Jan. 1998: Beim Absturz eines Heissluftballons bei Maienfeld GR werden sieben Insassen verletzt. Der Ballon war von einer Windböe in eine Baumgruppe getrieben worden und aus geringer Höhe abgestürzt.

31. Jan. 1996: Der schwerste Ballon-Unfall der letzten Jahre hatte sich bei Lauterbrunnen BE ereignet. Turbulenzen brachten einen Heissluftballon zum Absturz, fünf Menschen kamen ums Leben.

(Quelle: SDA)

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