Aktualisiert

Schwer verletztFünfjährige in Indien entführt und vergewaltigt

Erneut erschüttert ein Vergewaltigungsfall Indien: Ein kleines Mädchen wurde sexuell missbraucht und kämpft jetzt in einer Klinik in Neu Delhi ums Überleben.

von
kmo
Demo gegen die Regierung und gegen Vergewaltigungen vor dem Spital in Neu-Delhi, in dem das verletzte Mädchen liegt.

Demo gegen die Regierung und gegen Vergewaltigungen vor dem Spital in Neu-Delhi, in dem das verletzte Mädchen liegt.

Am Montag wurde das Mädchen beim Spielen auf der Strasse im Stadtteil Gandhi Nagar entführt und danach 48 Stunden lang in einem Raum in der Nähe seines Elternhauses festgehalten. Entdeckt wurde es, als ein Passant zwei Tage später die Schreie des Kindes hörte.

Ärzte bezeichneten den Zustand des Kindes als kritisch. Der Chef des behandelnden Spitals sprach von einer «barbarischen sexuellen Tat». Mehrere Gegenstände seien aus dem Körper des Mädchens entfernt worden. Es war am Mittwoch mit Verletzungen im Gesicht und an der Brustwand auf die Intensivstation eingewiesen worden, wie der Chef des Swami Dayanand-Spitals, R. N. Bansal, dem Fernsehsender NDTV sagte.

Schweizer Touristin in Indien vergewaltigt

In anderen Medienberichten war von Genitalverletzungen die Rede. Dem Sender CNN-IBN zufolge fanden Ärzte «Fremdkörper» im Körper des Kindes, die eine Infektion ausgelöst hätten.

Auch legten die Verletzungen nahe, dass der Vergewaltiger versucht habe, die Fünfjährige zu erwürgen. Vor dem Hospital demonstrierten am Freitag Familienmitglieder, Nachbarn und Aktivisten gegen die Untätigkeit von Polizei und Behörden.

Anschuldigungen gegen die Polizei

Der Vater des Mädchens beschuldigte die Polizei, sie habe die Familie bestechen wollen. Ihnen seien 2000 Rupien (etwa 35 Franken) angeboten worden, wenn sie «ruhig bleiben». Die Polizei sei nach dem Verschwinden informiert worden, doch habe sie nichts unternommen.

Ein Polizeisprecher sagte, es werde wegen Vergewaltigung und versuchten Mordes ermittelt. Der Tatverdächtige sei auf der Flucht. Gefahndet wird nach einem Nachbarn der Familie.

Im Dezember hatte die brutale Gruppenvergewaltigung einer indischen Studentin in einem Bus in Neu Delhi weltweit für Empörung gesorgt. Sie wurde vor den Augen ihres Freundes mit einer Eisenstange gequält und schliesslich aus dem fahrenden Bus geworfen. Tage später starb sie an ihren Verletzungen.

Die Tat löste eine heftige Debatte in Indien über Misshandlungen von Frauen aus. Im März war eine Schweizer Touristin von sechs Männern vergewaltigt worden, ihr von den Tätern gefesselter Ehemann musste die Tat mit ansehen. (kmo/sda)

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