Raffaela Zollo : «Fünfstellige Summe, wenns läuft» – Youtuberinnen reden über ihre Löhne 

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Raffaela Zollo «Fünfstellige Summe, wenns läuft» – Youtuberinnen reden über ihre Löhne 

Content Creators müssen am Ball bleiben, um im hart umkämpften Markt nicht unterzugehen. 20 Minuten hat im Rahmen eines Youtube-Events mit Raffa Zollo und Nathistyle darüber gesprochen. 

von
Katja Fässler
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«Den Hype aufrechtzuerhalten, ist wohl das Schwierigste»: Raffaella Zollo von Raffa’s Plastic Life ist seit sechs Jahren auf Youtube. 

«Den Hype aufrechtzuerhalten, ist wohl das Schwierigste»: Raffaella Zollo von Raffa’s Plastic Life ist seit sechs Jahren auf Youtube. 

20min/Michael Scherrer
Mit ihren rund 750’000 Abonnentinnen und Abonnenten gehört sie in der Schweiz zu den erfolgreichsten Content Creators der Streamingplattform. 

Mit ihren rund 750’000 Abonnentinnen und Abonnenten gehört sie in der Schweiz zu den erfolgreichsten Content Creators der Streamingplattform. 

20min/Michael Scherrer
Nathalie Sulser aka Nathistyle hat erst kürzlich einen Swiss Influencer Award in der Kategorie Lifestyle abgeräumt. 

Nathalie Sulser aka Nathistyle hat erst kürzlich einen Swiss Influencer Award in der Kategorie Lifestyle abgeräumt. 

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Mit Youtube richtig viel Geld verdienen – geht das heutzutage noch? Zwei Content Creators erzählen von ihren Erfahrungen. 

  • Für Influencerinnen und Influencer ist der Streamingdienst oftmals nur eines von mehreren Standbeinen. 

  • Die grösste Herausforderung beim Erstellen der Videos: das Publikum bei der Stange zu halten. 

Influencerin oder Influencer zu werden, ist der Traum vieler Jugendlicher. Manche wagen den Versuch, doch nicht alle erreichen mit ihrem Content genügend Menschen, um damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Zum kleinen Kreis von denen, die es hierzulande geschafft haben, dürfen sich unter anderem Adrian Vogt (Aditotoro), Nathalie Sulser (Nathistyle) und Raffaela Zollo (Raffa’s Plastic Life) zählen. Gerade Letztere gehört mit ihren rund 750’000 Abonnentinnen und Abonnenten zu den erfolgreichsten Schweizer Youtuberinnen. Trotz dieser Zahl gibt sich die 30-Jährige im Gespräch mit 20 Minuten bescheiden: «Ich will nicht sagen, dass es grottenschlecht läuft, aber es gab definitiv schon bessere Zeiten.»

Den Höhenflug erlebte sie im Jahr 2019 bis Mitte 2020. «Ein Video erreichte am Ende des Tages zeitweise 150’000 Aufrufe, bis zum Ende der Woche 200’000. Das war super», erinnert sie sich. «Zu diesen Zeiten verdiente ich allein mit Youtube im fünfstelligen Bereich – mit einer 1 vornedran.» Die Plattform ist allerdings nicht ihre einzige Einnahmequelle. Auch Kooperationen mit Marken und Firmen sowie Fernsehauftritte und ihre 2017 gegründete Make-up-Linie Raffa’s Plastic Cosmetics lassen die Kasse der gebürtigen Bündnerin ordentlich klingeln. So sehr, dass sich Zollo erst vor kurzem eine Penthousewohnung, ein Stück ausserhalb von Zürich, kaufen konnte.

Hoher psychischer Druck

Doch der Preis des Erfolgs ist manchmal hoch, wie die Creatorin erzählt. Der psychische Druck, den er mit sich bringt, machte ihr lange zu schaffen. «Ich kann nicht sagen, dass ich mental wieder absolut stabil bin, aber es ist viel besser als vor einem Jahr», meint Raffa. Sie gehe regelmässig zur Therapeutin und mache viel Sport als Ausgleich. Um in der Branche erfolgreich zu sein, brauche es vor allem Authentizität, Kreativität und Durchhaltevermögen. 

Diese Meinung teilt auch Youtuberin Nathalie Sulser, besser bekannt als Nathistyle. Gerade der Punkt Authentizität ist der Zürcherin besonders wichtig, weshalb sie ihre Videos auf Schweizerdeutsch produziert. So könne sie mehr sie selbst sein und tiefere Einblicke in ihre Persönlichkeit geben. Der Nachteil dabei ist allerdings, dass dies Nathalies Reichweite einschränkt. «Wenn man Content auf Schweizerdeutsch macht, ist es mit dem Algorithmus bei Youtube schwierig. Wer die Sprache nicht versteht, kann natürlich mit dem Inhalt nichts anfangen», erklärt sie. 

«Zwischen 300 und 800 Franken im Monat»

Doch für die 20-Jährige stehe der Verdienst nicht im Vordergrund. «Ich würde das wohl auch machen, wenn ich kein Geld damit verdienen würde.» Fest steht: Allein von Youtube kann sie nicht leben. Im Juni 2022  beispielsweise machte sie tägliche Uploads und verdiente dabei 1500 Franken. Derzeit käme sie auf 300 bis 800 Franken. «Es kommt sehr darauf an, wie viel ich poste. Aktuell sind es vier Videos im Monat, also eines pro Woche.» 

Die grösste Herausforderung sieht Sulser in der schwindenden Aufmerksamkeitsspanne des Publikums. «Man darf nicht zu lange um den heissen Brei reden. Ich merke es bei mir selbst, wie schnell ich gelangweilt von einem Video bin.» Deshalb setzen viele Content Creators nun auch auf die Kurzform bei Youtube, die sogenannten Shorts. Ähnlich wie auf Tiktok oder bei den Instagram-Reels wird dabei viel Inhalt in kürzere Clips gepackt. «Es muss mega viel passieren in einem Video, damit man das Interesse des Publikums catcht», so Nathalie Sulser weiter. Es sei ein 24/7-Job – streng, aber auch extrem spassig. 

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