GP Monaco: Fünfter Saisonsieg für Button

Aktualisiert

GP MonacoFünfter Saisonsieg für Button

Mit seinem ersten Sieg auf dem legendären Stadtkurs im Fürstentum Monaco erreichte Jenson Button den nächsten Meilenstein. Sébastien Buemi unterlief im sechsten Rennen erstmals ein grosser Fehler. Der Waadtländer fuhr in der 12. Runde dem Brasilianer Nelson Piquet ins Heck, der ihn beim Start überholt hatte.

Die ungestüme Aktion in der Sainte-Dévote-Kurve bedeutete für beide Fahrer das Out.

Ein Drittel der Formel-1-Saison ist vorbei und der WM-Titel wird für Jenson Button immer realistischer. Der 29-jährige Brite feierte in Monte Carlo den fünften Sieg im sechsten Grand Prix dieser Saison, den dritten in Folge. Wie schon in Australien und Spanien landete sein Team Brawn GP einen Doppelerfolg. Rubens Barrichello, die «ewige» Nummer 2, wurde einen Tag nach seinem 37. Geburtstag Zweiter.

Den Grundstein für den Doppelerfolg legte Barrichello, als er auf den ersten Metern den neben Pole-Mann Button aus der ersten Reihe gestarteten Kimi Räikkönen überholte. Die Dominanz von Brawn GP beginnt an Zeiten zu erinnern, als Ferrari mit Chefpilot Michael Schumacher die Konkurrenz bis zur Langeweile im Griff hatte. Damals wie heute heisst der umsichtige Stratege im Hintergrund Ross Brawn.

Neben Button und Barrichello stand mit Räikkönen erstmals in dieser Saison ein Ferrari-Fahrer auf dem Podest. Felipe Massa untermauerte die sportliche Aufwärtstendenz der Roten mit dem 4. Platz. Beide waren in den ersten fünf Grands Prix nicht über Rang 6 hinausgekommen. Auf der Rennstrecke scheint Ferrari die Probleme in den Griff zu bekommen, jetzt harrt «nur» noch der Konflikt um die Budgetobergrenze einer Lösung.

Für BMW-Sauber resultierte nichts Zählbares - wie nach dem schlechtesten Qualifying nicht anders zu erwarten. Am Auto von Robert Kubica wurde beim Start der rechte Hinterreifen aufgeschlitzt, was den Polen zu einem Boxenstopp zwang. Noch vor Rennhälfte musste Kubica seinen Dienstwagen in der Garage parkieren. Nick Heidfeld fuhr ein Rennen im Niemandsland und belegte den 11. Rang. Punkte gab es dafür für Mark Webber im Red Bull-Renault (5.), Nico Rosberg im Williams-Toyota (6.), Fernando Alonso im Renault (7.) und Buemis Teamkollegen Sébastien Bourdais im Toro Rosso-Ferrari (8.).

GP Monaco - Rennen

Schlussklassement:

1 Button, Brawn GP

2 Barrichello, Brawn GP

3 Räikkönen, Ferrari

4 Massa, Ferrari

5 Webber, Red Bull

6 Rosberg, Williams

7 Alonso, Renault

8 Bourdais, Toro Rosso

Ferner: 11. Nick Heidfeld (De), BMW-Sauber.

Ausgeschieden: Buemi, Piquet, Vettel, Kubica

LIVE-TICKER

mit Res Blum

0/78 - Der Brite überquert die Ziellinie und sichert seinem Team sich selbst den 5. Saisonsieg. Dahinter macht Barrichello den Doppelsieg perfekt, Ferrari dank Räikkönnen immerhin auf dem Podest.

1/78 - Button nimmt die letzte Runde in Angriff.

4/78 - Das Rennen liegt in den letzten Zügen, noch immer liegen die beiden Brawns unangefochten an der Spitze, dahinter die beiden Ferrari, wobei Masse seinem Teamkollegen das Podest nicht mehr streitig machen will.

7/78 - Im hinteren Teil des Feldes liefern sich Hamilton und Heidfeld auf den letzten Runden noch ein heisses Duell um Platz 12.

12/78 - Rosberg muss nochmals an die Box und verliert zwei Ränge, kommt noch knapp vor Bourdais wieder auf die Strecke. Aber auch Alonso muss nochmals rein und verliert seinen 6. Rang an den Deutschen.

20/78 - Noch zwanzig Runden, Button führt mit gut 13 Sekunden vor seinem Teamkollegen Barrichello, mit 18 Sekunden folgt Räikkönen, weitere zwei dahinter Massa.

23/78 - Massa an der Box, Button und Barrichello sind vorbei, auch Teamkollege Räikkönnen ist weg, Massa reiht sich als Vierter wieder ein.

26/78 - Kovalainen steht, verliert sein Heck, parkiert sein Auto in den Reifenstapeln und muss das Rennen aufgeben.

29/78 - Nur eine Runde später kommt auch der Führende, Jenson Button an die Box, alles klappt reibungslos, der Brite ist wieder zurück auf der Strecke.

28/78 - Barrichello jetzt an der Box und lässt sich die härtere Mischung aufziehen.

30/78 - Alles in der Reihe, Button vor Barrichello, Räikkönen und Massa dahinter, jeder fährt sein eigenes Rennen und versucht, sauber und schnell durch die Leitplanken von Monaco zu kommen.

36/78 - Massa wird via Funk ermahnt, sich bei der Schikane etwas zurückzuhalten, ansonsten gibts eine Freifahrt durch die Boxenstrasse.

39/78 - Bei Rennhälfte liegen die beiden Brawns noch immer vor den beiden Ferraris, dahinter der noch verbliebenen Red-Bull mit Marc Webber, Rosberg und Kovalainen ebenfalls noch auf Punkte-Kurs.

42/78 - Hamilton sieht schon Button im Rückspiegel und muss seinen Landsmann ziehen lassen. Bitter für den ergeizigen Lewis.

45/78 - Massa fährt erneut die schnellste Runde, mit 1.15.779 fliegt er seinem Teamkollegen in den Windschatten.

48/78 - Doppelführung für die Brawn-Boliden nach dem erssen Boxenstopp, die Positionen sind bezogen, Massa legt die schnellste Runde hin.

50/78 - Nun wurde es auch Zeit für den Spanier, Alonso kommt als letzter der grossen Teams zum ersten Boxenstopp.

53/78 - Alonso fährt wieder an der Boxeneinfahrt vorbei und zündet den letzten Tropfen Benzin auf den Asphalt.

55/78 - Button führt das Rennen mit 16 Sekunden vor seinem Teamkollegen an. Rosberg ist der Verlierer des ersten Boxenstopps, dreht seine Runden nun auf dem siebten Platz, musste auch Webber vorbeiziehen lassen.

56/78 - Auch Webber und Kovalainen bringen ihren ersten Boxenstopp problemlos über die Bühne.

58/78 - Auch Massa hat den Boxenstopp hinter sich und schnappt sich Nico Rosberg, der den Ferrari jetzt vor sich hat.

61/78 - Button erledigt den ersen Boxenstopp und kommt knapp hinter Rosberg wieder auf die Strecke, der Sonnyboy muss aber auch noch in die Box.

62/78 - Vettel muss das Rennen aufgeben, schmeisst das Auto in die Leitplanken, damit kassiert der Deutsche in Monaco einen Nuller

63/78 - Inzwischen kommt Räikkönen das erste Mal zur Box und holt sich Treibstoff, der Finne hat Glück und kann sich gerade noch vor Alonso wieder einreihen.

67/78 - Hamilton und Heidfeld berühren sich, Buemi schiebt Piquet von der Strecke, beide müssen zur Box, was aber nur der Brasilianer schafft, Buemi muss den Wagen stehen lassen.

68/78 - Vettel verliert Tempo und muss Rosberg und Massa ziehen lassn, der Deutsche muss in die Box.

70/78 - Vorne fahren die ersten drei davon, dann kommt Vettel, der in seinem Schatten den Rest des Feldes mitzieht, bwz. aufhält.

72/78 - Massa macht mächtig Druck auf Vettel, die beiden liefern sich ein heisses Duell, Vettel lässt nicht locker, Massa kommt trotz KERS nicht am Deutschen vorbei, es kommt noch schlimmer, der Brasilianer wird noch von Rosberg erwischt, der als lachender Dritter einen Rang gutmacht und nun hinter Vettel auf Rang 5 fährt.

74/78 - Der Schweizer Buemi hat sich auf dem 12. Rang eingereiht. Zumindest ist beim Start alles gutgegangen, alle Autos sind noch auf der Strecke, nur Kubica musste bereits einmal zur Box und liegt nun an letzter Stelle.

72/78 - Button zieht bereits vorne weg, Barrichello kann ihm knapp folgen, Raikkönen auf Platz 3 verliert aber schon über eine halbe Sekunde pro Runde, dahinter der ganze Rest des langen Wurms.

01/78 - Los gehts, Button kommt gut weg, Raikönnen kann nicht mithalten und muss Barrichello ziehen lassen, die beiden Brawns sind schon wieder geschlossen an der Spitze.

- 78 Runden stehen den Piloten bevor, der kleinste Fehler kann das Aus bedeuten.

- Die Boliden sind auf der Aufwärmrunde, die Reifen werden noch so gut wie möglich auf Betriebstemperatur gebracht.

- Ganz Monaco ist bereit, die letzten Minuten vor dem Start verstreichen, in Kürze gehts los.

- 20 Minuten Online berichtet ab 14.00 Uhr live vom F1-Rennen in Monaco.

Vor dem Rennen

Für Button ist es die vierte Pole-Position im sechsten Saison-GP. Gewinnt er auch am Sonntag, wäre es sein fünfter Sieg im sechsten Saison-GP. Neben dem WM-Leader und Brawn-Piloten startet überraschend Kimi Räikkönen im Ferrari aus der ersten Reihe. Dahinter lauern Rubens Barrichello und Sebastian Vettel.

Mit Knalleffekten begann am Samstagnachmittag das prestigeträchtigste und wichtigste Qualifying des Jahres. Denn schon im ersten von drei Durchgängen ramponierten zwei Topfahrer durch Fahrfehler ihre Boliden auf dem engen Stadtkurs: Felipe Massa stand in der Schwimmbad-Passage plötzlich quer, schlitterte die Leitplanken entlang und machte dabei die Nase seines Ferraris kaputt. Gleich darauf schlug Weltmeister Lewis Hamilton in der Mirabeau-Kurve mit dem Heck seines McLaren-Mercedes so heftig gegen den Reifenstapel, dass das linke Hinterrad wegbrach.

Während Massa an die Box fahren konnte, um sich eine neue Frontpartie zu holen, musste Hamilton aussteigen - und zuschauen, wie sein Silberpfeil am Haken des Kranwagens baumelte und abseits der Strecke parkiert wurde. Hamilton fiel danach bis auf Platz 16 zurück - und schied damit schon im ersten Teil des «Qualifyings des Jahres» aus.

BMW-Sauber im Hintertreffen

Noch viel ernüchternder war die Lage bei BMW-Sauber. Schon in den freien Trainings hatte sich dort mit überraschend langsamen Rundenzeiten das Fiasko angekündigt. "Wir stehen in Monte Carlo neben den Schuhen", beschrieb ein Verantwortlicher aus Hinwil die frustrierende Situation. Und dann kam es noch schlimmer, als befürchtet: als 17. und 18. vermochten sich weder Nick Heidfeld noch Robert Kubica für das zweite Qualifying zu qualifizieren. So eine Trainings-Schlappe musste BMW-Sauber noch nie hinnehmen. Und das ausgerechnet in Monte Carlo, wo das Überholen im Rennen unmöglich ist. Die Chancen auf WM-Punkte sind somit minim -- ein normales Rennen vorausgesetzt.

Das gleiche Schicksal ereilte auch das Toyota-Team, wo Jarno Trulli und Timo Glock, nach einem Dreher am Schwimmbad, über die Plätze 19 und 20 in der letzten Startreihe nicht hinauskamen. Vor vier Wochen, in Bahrain, waren beide Toyotas noch aus der ersten Startreihe ins Rennen gegangen. So schnell kann es in diesem Jahr gehen. Rund 1,5 Sekunden entscheiden über Top oder Flop - so eng ist das 20-Fahrer-Feld 2009 zusammengerückt.

(si)

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