Aktualisiert 05.04.2007 13:37

Fünfzig Mal mehr Gewinn als budgetiert in Zug

Der Ertragsüberschuss in der Rechnung 2006 des Kantons Zug beträgt 154,7 Millionen Franken; budgetiert waren 3,1 Millionen. Grund für den Rekordgewinn waren die Steuereinnahmen, die auch in Zug deutlich höher ausfielen als erwartet.

55,5 Mio. Franken oder 11 Prozent mehr als budgetiert nahm der Kanton Zug im letzten Jahr an Steuern ein. Dies zeige deutlich, dass die Wirtschaft wieder stark im Wachsen sei, erklärte der Zuger Finanzdirektor Peter Hegglin am Donnerstag vor den Medien.

Insgesamt lag der Kantonssteuerertrag bei 527,7 Mio. Franken, 5 Prozent mehr als budgetiert. Die Unternehmenssteuern fielen gar um 24 Prozent höher aus als veranschlagt. Hinzu kamen die gute Liquidität der eigenen Finanzmittel und ein deutlich höherer Anteil an der direkten Bundessteuer.

Die 154,1 Mio. Franken Überschuss bedeuten ein Rekordergebnis für den Kanton Zug. Zwar lag der Gewinn 2005 mit 169 Mio. Franken noch höher, doch polierten damals die 123 Mio. Franken aus dem Erlös des Nationalbankgoldes die Rechnung.

Mehr Finanzausgleichsbeiträge

Auf der Ausgabenseite habe der Kanton beim Personalaufwand und den Beiträgen die Vorgaben eingehalten oder übertroffen, sagte Finanzdirektor Hegglin. Umgekehrt musste Zug wegen des guten Ergebnisses 162 Mio. Franken in den nationalen Finanzausgleich einzahlen - 39,4 Mio. Franken mehr als budgetiert.

Die Investitionsrechnung schliesst bei Ausgaben von 74,4 Mio. Franken mit Nettoinvestitionen von 67,1 Mio. Franken, knapp halb so viel wie budgetiert. Verschiedene Vorhaben hätten sich verzögert, oder die Zahlungspläne bei Grossprojekten wie dem neuen Zentralspital seien angepasst worden.

Der Selbstfinanzierungsgrad des Kantons Zug beträgt 414 Prozent. Das Eigenkapital beläuft sich auf 520,1 Millionen Franken.

Den NFA vor Augen

Mit dem Überschuss könne Zug die zu erwartenden Mehrkosten des 2008 in Kraft tretenden Neuen Finanzausgleichs (NFA) direkt bezahlen, räumte Finanzdirektor Hegglin ein. Doch gelte es für den Kanton, jetzt Reserven anzulegen.

Zum einen gebe es noch immer keine konkreten Zahlen für die Belastung der Geberkantone. Zum anderen käme die Rechnung des Jahres 2006 für den NFA-Beitrag erst 2010 zum Tragen.

Momentan steht deshalb laut der Zuger Regierung weder eine Steuererhöhung, noch eine Steuersenkung zur Diskussion. «Wir befinden uns jetzt in einer Wachstumsphase, da gilt es Reserven anzulegen», sagte Peter Hegglin. (sda)

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