Elefantenjagd: WWF will Import von Jagdtrophäen nicht verbieten
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ElefantenjagdWWF will Import von Jagdtrophäen nicht verbieten

Wer genug tief in die Tasche greift, kann in Afrika geschützte Tiere schiessen und die Trophäen mit in die Schweiz nehmen. Eine Motion will das verbieten, doch der WWF ist dagegen.

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Wer ein geschütztes Tier erlegt, darf es nach Hause importieren: Eine Gruppe von Elefanten in Afrika. (Archivbild)

Wer ein geschütztes Tier erlegt, darf es nach Hause importieren: Eine Gruppe von Elefanten in Afrika. (Archivbild)

PantherMedia/Berangere Duforets
Wer es sich leisten kann, kann für 50’000 Dollar einen Elefanten töten.

Wer es sich leisten kann, kann für 50’000 Dollar einen Elefanten töten.

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Auch Nashörner sind beliebte Ziele von Trophäenjägern.

Auch Nashörner sind beliebte Ziele von Trophäenjägern.

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Darum gehts

Es klingt wie nach Tropenhelmen, Missionaren und Kolonialismus, aber das Töten von Elefanten, Löwen oder Büffeln ist immer noch legal – wer es sich leisten kann, bucht eine Reise nach Afrika, um dort seltene Tiere zu schiessen. Gemäss dem seit 1975 geltenden Washingtoner Artenschutzabkommen Cites ist nur der Handel mit Trophäen wie Elfenbein verboten, nicht aber die Jagd auf die Elefanten selbst. Wer ein geschütztes Tier erlegt, darf es nach Hause importieren. 

Auch Schweizerinnen und Schweizer gehen auf Grosswildjagd. Die Cites-Stelle Schweiz verbuchte für den Zeitraum von 2010 bis 2020 unter anderem die Einfuhr von 45 Elefanten, 22 Nilkrokodilen, zwei Alligatoren und vielen anderen zum Teil geschützten Tieren. Total waren es 462 Tiere.

50 Organisationen gegen den WWF

Deshalb fordert eine Motion der ehemaligen GLP-Nationalrätin Isabelle Chevalley ein Importverbot solcher Jagdtrophäen. Der Nationalrat hat bereits zugestimmt, die ständerätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur ( WBK SR) hingegen lehnt sie laut einem Bericht in der «SonntagsZeitung» ab – und beruft sich dabei ausgerechnet auf den WWF. Die Tier- und Umweltschutzorganisation lobbyiert gegen ein Verbot, weil die Trophäenjagd dem Artenschutz diene.

In einem Brief an die Ständerätinnen und Ständeräte schreibt der WWF: «Das daraus generierte Einkommen ist für die lokale Bevölkerung in den entlegenen, ländlichen Gebieten sehr wichtig. Verlieren sie diese Einnahmen, wird die Wilderei zunehmen, damit der Einkommensverlust ausgeglichen und Schäden in der Landwirtschaft vermindert werden können.»

Mehr als 50 Schweizer Tierschutzorganisationen sehen es anders und unterstützen die Petition.

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(chk)

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