Preis-Explosion: Für all diese Produkte musst du jetzt viel mehr Geld hinblättern
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Preis-ExplosionFür all diese Produkte musst du jetzt viel mehr Geld hinblättern

Die Preise in der Schweiz steigen, die Kaufkraft sinkt. Im April war die Teuerung so hoch wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Diese Waren haben sich am stärksten verteuert.

von
Marcel Urech
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Wie stark die Preise in der Schweiz gestiegen sind, zeigt der Landesindex der Konsumentenpreise.

Wie stark die Preise in der Schweiz gestiegen sind, zeigt der Landesindex der Konsumentenpreise.

imago images/Geisser
Heizöl war im April 2022 rund 75,6 Prozent teurer als im April 2021.

Heizöl war im April 2022 rund 75,6 Prozent teurer als im April 2021.

20min/Simon Glauser
Die Preise fürs Fliegen sind in der gleichen Zeitspanne um 54,8 Prozent hochgeschnellt.

Die Preise fürs Fliegen sind in der gleichen Zeitspanne um 54,8 Prozent hochgeschnellt.

20min/Celia Nogler

Darum gehts

Das Leben in der Schweiz hat sich stark verteuert: Die Preise für Mieten, Hypotheken, Möbel, Ferien, Netflix, Benzin, Heizöl und für den Häuserbau sind nach oben geschnellt, dasselbe gilt für KaffeeBrot und Gipfeli, Joghurt, Butter und Käse sowie Früchte und Bier.

Welche Produkte sich in der Schweiz wie stark verteuert haben, siehst du in der Bildergalerie.

Die Inflation zieht in der Schweiz also an und der Schweizer Franken verliert an Wert. Ist die Inflationsrate hoch, sinkt die Kaufkraft: Wer für 100 Franken einkaufen geht, erhält für sein Geld weniger als vor der Teuerung. Eine zu hohe Inflation kann zu einer gefährlichen Preisspirale führen (siehe Box).

So gefährlich ist Inflation

Um die Inflation zu messen, erfasst das Bundesamt für Statistik den Landesindex der Konsumentenpreise. Er zeigt, wie stark sich Konsumgüter in der Schweiz verteuern. Zwischen April 2021 und April 2022 betrug die Teuerung durchschnittlich rund 2,5 Prozent.

Einige Güter kosten nun allerdings massiv mehr: Heizöl rund 75,6 Prozent, Gas 39,2 Prozent und Pauschalreisen ins Ausland 20 Prozent. Immerhin: Einige Produkte und Dienstleistungen sind auch günstiger geworden, etwa Zitrusfrüchte, Olivenöl und die Abwassergebühren.

Schweiz steht trotzdem gut da

Der Hauptgrund für die höheren Preise sind die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg. Sie sorgen für gestörte Lieferketten und knappe Produkte. Für zahlreiche Firmen sei die Teuerung aber auch eine Gelegenheit, um den Profit zu erhöhen, sagt Daniel Lampart, Chefökonom des Gewerkschaftsbundes.

Mit einer Teuerung von 2,5 Prozent steht die Schweiz trotzdem gut da. In den USA liegt sie mit 8,3 Prozent gerade so hoch wie noch nie, im Euroraum beträgt sie durchschnittlich 7,5 Prozent. In Deutschland ist die Inflation auf 7,4 Prozent hochgeschnellt, in den Niederlanden auf 9,6 Prozent, in Tschechien auf 14,2 Prozent und in Estland auf 19 Prozent, wie Zahlen der Statistikämter zeigen.

Prognose bis Ende Jahr

Dass die Inflation im Euroraum höher ist als in der Schweiz, hat laut der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich zwei Gründe: Die Schweiz gewichtet die Preise für Energie und Nahrungsmittel weniger stark, und der gegenüber dem Euro verhältnismässig starke Franken sorgt für günstigere Importe.

Die KOF geht «im günstigen Szenario» davon aus, dass sich der Erdölpreis bis Ende Jahr bei 100 US-Dollar pro Fass einpendeln und es zu keiner Unterbrechung der Erdgasversorgung kommen wird. Im Negativszenario drohen uns allerdings weitere Lieferengpässe und noch höhere Preise für Energie und Nahrungsmittel.

«Die Inflation wird in den kommenden Monaten auf einem erhöhten Niveau verbleiben und sich gegen Ende des Jahres wieder abschwächen», prognostiziert die KOF. Bis Ende Jahr erwartet sie eine durchschnittliche Inflation von rund 1,9 Prozent, Ende 2023 soll die Jahresteuerung bei rund 0,7 Prozent liegen.

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