Transfer: Für den FCZ verzichtet Margairaz auf viel Geld
Aktualisiert

TransferFür den FCZ verzichtet Margairaz auf viel Geld

Xavier Margairaz nimmt mit seiner Rückkehr von Osasuna zum FC Zürich finanzielle Einbussen in Kauf – doch das ist es dem Romand wert.

von
Andy Huber

«Ich bin total müde, aber überglücklich», vermeldet Margairaz aus dem Camp des Meisters in Celerina: «Wir werden ganz schön geschlaucht. Aber ich bin froh, endlich wieder beschwerdefrei trainieren zu können.» Das war vom 27. Februar 2008 an, als sich der feine Techniker in einem Testspiel das Knie verdrehte, plötzlich anders. Kreuzband, Innenband, Meniskus – alles kaputt. Es war der erste Rückschlag in der Karriere von Margairaz, der ein Jahr nicht mehr spielen durfte. «Eine schlimme Zeit – aber auch eine lehr­reiche. Ich habe damals erst begriffen, wie privilegiert wir Fussballprofis sind.»

Als Margairaz Anfang 2009 wieder fit war, hatte Trainer José Antonio Camacho in Pamplona keine Verwendung mehr für ihm. Mehr Support erhielt er von seinem Ex-Klub, der ihn leihweise für ein halbes Jahr zurückholte. Margairaz dankte es den Zürchern mit zwei Toren und zwei Assists in 576 Minuten Einsatzzeit. Dass seine de­finitive Rückkehr auf den ­Letzigrund in diesem Sommer nach langem Hin und Her doch noch klappte, ist das Verdienst von Fredy ­Bickel. Öffentlich propagierte der schlitzohrige Sportchef, der Deal sei wegen der geforderten sechsstelligen Ablösesumme geplatzt. Hinter den Kulissen drückte ­Bickel aber den Preis auf 600 000 Franken – nur 200 000 mehr als der FCZ von Osa­suna 2007 gekriegt hatte.

Margairaz ist Bickel für diesen Coup sehr dankbar. «Jetzt habe ich wieder sportliche Perspektiven. Ich will ihm das Vertrauen auf dem Feld zurückgeben.» Wie ernst es ihm damit ist, beweist der polyvalente Mittelfeldspieler damit, dass er beim Meister etwa 500 000 Franken weniger verdient als in Pam­plona.

«Natürlich hätte ich meinen Vertrag in Spanien noch ein Jahr absitzen können. Doch für mich ist Geld nicht alles im Leben – der Fussball ist es», sinniert Margairaz, der seiner neu entflammten Liebe zumindest bis 2012 treu sein will.

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