Lausige Saison 2014: Für die Badis fiel dieser Sommer voll ins Wasser
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Lausige Saison 2014Für die Badis fiel dieser Sommer voll ins Wasser

Für viele Schweizer Badis war 2014 die schlechteste Saison seit Langem. Tessiner Freibäder etwa verzeichneten rund 50 Prozent weniger Eintritte als im Jahresschnitt.

Die Badesaison 2014 ist für viele Badis ins Wasser gefallen. Um einen Drittel bis die Hälfte lag die Anzahl Eintritte unter dem Durchschnitt. Die Saison war ausser in Bern, Lausanne und Zürich lausig. Das Lausanner Bad «de Montchoisi» erzielte sogar das drittbeste Ergebnis seit Bestehen.

Das Erfolgsgeheimnis des Lausanner Bades mit Wellenbad liegt in den beheizten Becken, sagte Geschäftsführer Christian Barascud. Die seit 26 Jahren bestehende Badi zählte in diesem Jahr 67'000 Eintritte, im Rekordjahr 2012 waren es 74'000.

Sogar das Strandbad der Westschweizer Olympiastadt, das 1937 erbaute Bellerive, hat schon schlechtere Zeiten erlebt: 2007 wurden nur 105'000 Eintritte gelöst. Dieses Jahr wurden 130'000 Eintritte gezählt.

70'000 Badelustige am Pfingstmontag

Allzu schlecht war auch die Zürcher Badisaison nicht. Patrick Müller, Leiter der Badeanlagen, sprach auf Anfrage von einem «knapp durchschnittlichen Sommer».

Vor allem der sensationelle Juni habe die Saison gerettet. Am Pfingstmontag verzeichneten die Zürcher Badis mit 70'000 Besucher einen Allzeitrekord. «Jeder vierte Zürcher war an diesem Tag in der Badi», so Müller.

Insgesamt verzeichneten die Zürcher Freibäder bis Mitte September knapp 1,1 Millionen Besucher. Die Badi am Utoquai ist noch immer geöffnet.

St. Gallen: Die Hälfte weniger

In der Ostschweiz dürfte die Badesaison zu den schlechtesten der Geschichte gehören. In St. Gallen machten die Bäder schon Ende August dicht. Die Besucherzahlen der vier St. Galler Badis liegen rund die Hälfte unter dem Zehnjahresschnitt, sagt der Verantwortliche Heinz Brunner. In anderen schlechten Jahren waren es nur 30 Prozent weniger gewesen.

«Uns haben einige warme Sommertage am Stück gefehlt», so Brunner. Einzig an Pfingsten im Juni herrschte Prachtwetter. Da seien ein Drittel aller Eintritte der Saisosn verkauft worden.

Luzern betet für den Sommer 2015

An Pfingsten erlebte auch das Strandbad Lido Luzern einen Ansturm. Doch das wars dann auch. Im August habe das Lido 9000 statt der üblichen 30'000 Eintritte verkauft, sagte Geschäftsführer Marcel Wiesler.

Eintritte und Einnahmen liegen rund einen Drittel unter dem Schnitt von 100'000 Eintritten. Wiesler geht für 2014 von einem Verlust für das privat betriebene Bad aus. «Wir hoffen oder beten einfach noch etwas mehr als sonst für einen schönen nächsten Sommer.»

Eingetrübte Sonnenstube

Auch die Tessiner dürften auf 2015 hoffen. Denn 2014 benötigte man auch in der Sonnenstube oft einen Regenschirm. «Für uns war es ein Desaster», sagte Giorgio Bernasconi, der in Bellinzona die Sporteinrichtungen betreut. Rund 50 Prozent weniger Eintritte als im Jahresschnitt wurden gezählt.

Die Bilanz des Lido in Lugano war ähnlich: Im Juli und August kamen halb so viele Gäste wie 2013. «Und diese Saison war schon unterdurchschnittlich», sagte Roberto Marza vom Lido. Um aufzuholen, wird die Saison nun bis Ende September verlängert.

Beim Lido Locarno beläuft sich der Verlust auf minus 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Leitung erklärte.

Sprung ins (kalte) Wasser in Bern

In Bern war der Sommer durchschnittlich: Das Sportamt zählte in den sechs Fluss- oder Freibädern rund 690'000 Gäste, 10'000 mehr als im Durchschnitt.

Im Marzilibad wurden aber mit 230'000 weit weniger Besucher gezählt als im Vorjahr (400'000). «Das Marzili ist stark von der Aare abhängig, deren Temperatur erreichte nur zweimal 20 Grad», sagte Markus Gasser vom Sportamt. Auch er selbst machte 2014 keinen «Aareschwumm». (sda)

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