21.09.2020 20:03

Pöbelnde Jugendliche am Birsköpfli Für die Basler Polizei war der Einsatz von Pfefferspray gerechtfertigt

Am Samstagabend kam es am Basler Birsköpfli zu einem grösseren Polizeieinsatz. In der Schilderung eines Lesers war unter anderem die Rede von Polizeigewalt und Rassismus. Die Polizei Basel-Stadt dementiert nun diese Vorwürfe.

von
Lea Lozano

Ein Leserreporter hielt die Auseinandersetzung mit den Polizisten auf einem Video fest.

Video: Leserreporter 

Darum gehts

  • Beim Basler Birsköpfli kam es am Wochenende zu einem Polizeieinsatz. Rund 50 Jugendliche hätten die Polizisten unter anderem tätlich und verbal angegriffen.
  • Ein Leserreporter, der vor Ort war, erzählte 20 Minuten, dass die Polizisten die Teenager brutal behandelt hätten.
  • Nun äussert sich die Polizei zu den Vorwürfen.

Nachdem am Samstagabend ein Polizeieinsatz am Birsköpfli eskalierte, wurde der Polizei Basel-Stadt vermehrt Polizeigewalt und Rassismus vorgeworfen. Ein Leserreporter, der am Samstag Teil der Gruppe war, schildert gegenüber 20 Minuten das teilweise brutale Verhalten der Polizei. Unter anderem seien die jungen Menschen mit Pfefferspray besprüht worden. Am Montag erklärte ein Mediensprecher der Polizei Basel-Stadt, warum es zum Einsatz des Reizstoffs kam.

Die Polizisten holten einzelne Teenager aus der Gruppe

Der Leserreporter hatte die Situation folgendermassen beschrieben: «Es waren am Anfang etwa 30 Leute, welche zu Musik feierten. Nach einiger Zeit kamen 7 Polizisten auf uns zu und zogen einen Jungen raus. Er wehrte sich verbal und wurde daraufhin festgenommen. Die Leute haben nicht verstanden, weshalb der Junge festgenommen wurde, und sind deshalb mit dem Verhafteten mitgelaufen, um sich zu informieren», beschreibt er.

Die Lage sei dann rasch eskaliert, so der Leser. Die Polizei habe immer mehr Jugendliche festgenommen und den anderen damit gedroht, sie ebenfalls in Gewahrsam zu nehmen, wenn sie nicht die Versammlung auflösten und aufhörten, Videoaufnahmen zu machen. Die beteiligten Personen sollen sich gegen das brutale Vorgehen der Polizisten gewehrt haben, erzählt der Leser weiter.

«Die Jungs wurden brutal auf den Boden geworfen»

«Dabei wurde von der Polizei Pfefferspray verwendet und Unbeteiligte, welche nur aus Entfernung die Situation aufzeichneten, wurden davon getroffen. Sechs Jugendliche wurden in Haft genommen und 4 sind es bis jetzt noch.»

«Die Jungs wurden mit Gewalt gegen das Auto gedrückt und brutal auf den Boden geworfen. Sie haben nun eine Anzeige unter anderem wegen Körperverletzung am Hals. Es gab jedoch nie irgendwelche Anzeichen von Gewalt gegen die Polizei.» Bei einem Jugendlichen, der, wie im Video zu sehen ist, am Boden liegt, soll es sich um einen 15-Jährigen handeln.

Einsatz von Reizstoff laut Polizei gerechtfertigt

Auf Anfrage von 20 Minuten, schreibt Martin Schütz, Mediensprecher der Polizei Basel-Stadt, dass die Stimmung gegenüber den Polizistinnen und Polizisten bereits vor einer ersten polizeilichen Handlung sehr aggressiv gewesen sei. «Der einmalige und kurze Einsatz von Reizstoff zum Selbstschutz war gerechtfertigt und in der Situation verhältnismässig», heisst es weiter.

Die im Raum stehenden Vorwürfe bezüglich Rassismus und Polizeigewalt kommentiert die Polizei folgendermassen: «Taktisch gewählte Ausrufe wie ‹Polizeigewalt› und ‹Rassismus› werden in solchen Situationen von kontrollierten und mit ihnen sich verbündenden Personen immer wieder verwendet, um die Umgebung aufzuwiegeln.»

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