Murgang steht bevor: «Für die Evakuierung bleiben 4 Minuten»
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Murgang steht bevor«Für die Evakuierung bleiben 4 Minuten»

Behörden befürchten weitere Bergstürze und Murgänge in Bondo GR. Martin Keiser vom Amt für Wald und Naturgefahren beantwortet die wichtigsten Fragen.

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J. Furer / S. Ehrbar

Martin Keiser schätzt die Lage für 20 Minuten ein. (Video: jen/ehs)

Ist in den nächsten Tagen mit weiteren Bergstürzen und Murgängen zu rechnen?

«Murgänge sind momentan immer zu erwarten», sagt Martin Keiser vom Amt für Wald und Naturgefahren. In den letzten Tagen habe man gesehen, wie wenig Wasser es braucht, damit ein nächster Murgang entsteht, der bis ins Dorf Bondo GR runterkommen kann.

Begünstigt der Regen, der vorhergesagt wird, einen Murgang?

«Wir schauen die meterologische Situation ganz genau an. Wir sind gespannt, wie viel Niederschläge das Val Bondasca erreichen werden», so Keiser. Es könne aber «ganz klar» ein Murgang aus den Niederschlägen entstehen.

Kann es auch zu einem weiteren Bergsturz kommen?

Der Piz Cengalo sei immer noch in Bewegung, sagt der Experte. «Es finden täglich kleinere Felsstürze statt. Dort oben bewegt sich etwas.» Heute hätten die Fachleute Messungen gemacht, die in einigen Tagen Ergebnisse liefern würden.

Wie viel Zeit bleibt, um bei einem Murgang oder einem erneuten Bergsturz die Leute vorzuwarnen?

«Es gibt verschiedene Warnposten im Gebiet oben am Berg, die die Leute unten vorwarnen, so dass sämtliche Leute und Maschinen aus dem Gefahrenbereich rauskommen», sagt Keiser. Das Sicherheitsdispositiv sei primär auf die Evakuierung der Leute ausgerichtet. Bei der Evakuierungszeit komme es darauf an, welche Warnposten aufgrund der Sichtverhältnisse betrieben werden können. «Wenn die obersten Posten besetzt sind, rechnen wir mit vier Minuten, die die Leute haben, um aus dem Gefahrenbereich rauszukommen.»

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