Walter De Gregorio: «Für die Fifa ist das ein guter Tag»
Aktualisiert

Walter De Gregorio«Für die Fifa ist das ein guter Tag»

Der Sprecher der Fifa sagt an einer Medienkonferenz, dass Präsident Joseph Blatter zwar nicht glücklich, aber keineswegs beunruhigt sei.

1 / 32
Gestern noch forderte Uefa-Präsident Michel Platini (r.) Fifa-Boss Sepp Blatter zum Rücktritt auf. Heute beglückwünscht er ihn zur Wiederwahl.

Gestern noch forderte Uefa-Präsident Michel Platini (r.) Fifa-Boss Sepp Blatter zum Rücktritt auf. Heute beglückwünscht er ihn zur Wiederwahl.

AFP/Michael Buholzer
Sepp Blatter bleibt Präsident der Fifa und tritt damit seine fünfte Amtszeit an.

Sepp Blatter bleibt Präsident der Fifa und tritt damit seine fünfte Amtszeit an.

AFP/Michael Buholzer
Notare zählen die Stimmen nach der Wahl zum Fifa-Präsidenten aus.

Notare zählen die Stimmen nach der Wahl zum Fifa-Präsidenten aus.

epa/Walter Bieri

Die Wahl zum Fifa-Präsidenten soll ungeachtet der Polizeimassnahmen in Zürich wie geplant am Freitag stattfinden. Das teilte der Weltfussballverband am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit. Auch der Kongress werde wie vorgesehen an diesem Donnerstag und Freitag abgehalten, sagte Kommunikationschef Walter de Gregorio.

Fifa-Präsident Joseph Blatter gehört gemäss de Gregorio nicht zu den Beschuldigten: «Er ist überhaupt nicht beteiligt.» Der 79-jährige Blatter dürfte beim Fifa-Kongress am Freitag für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt werden. Einziger Gegenkandidat ist Prinz Ali bin al-Hussein aus Jordanien, dem praktisch keine Chancen eingeräumt werden.

Erdbeben in den Morgenstunden

Am Mittwochmorgen wurden im Zürcher Nobelhotel Baur au Lac sieben zum Teil hochrangige Fussball-Funktionäre festgenommen. Sie stehen im Verdacht, Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen zu haben. Wie das Bundesamt für Justiz bestätigte, wurden die Verdächtigten in Auslieferungshaft genommen. Ihnen wird von amerikanischen Ermittlern Betrug, Erpressung und Geldwäsche vorgeworfen. Die Polizeiaktion wurde am frühen Mittwochmorgen vorgenommen.

Mit Jeffrey Webb und Eugenio Figueredo (Uruguay) gehören zwei Fifa-Vizepräsidenten zu den Verhafteten. Der von den Cayman Islands stammende Webb führt auch den CONCACAF-Verband. Auch der brasilianische Verbandschef José Maria Marin, Julio Rocha (Nicaragua), Costas Takkas (Grossbritannien), Rafael Esquivel (Venezuela) und Eduardo Li (Costa Rica) sind in Zürich festgesetzt worden. Li sollte beim Fifa-Kongress in dieser Woche in die Fifa-Exekutive gewählt werden.

Auslieferung könnte schnell gehen

Die in der Schweiz verhafteten Funktionäre werden möglicherweise unverzüglich an die USA ausgeliefert. Voraussetzung für eine sofortige Überstellung ist, dass sich die Festgenommenen in der am Mittwoch geplanten Anhörung bei der Zürcher Kantonspolizei mit der sofortigen Auslieferung einverstanden erklären. Tun sie das nicht, will das Bundesamt für Justiz die USA auffordern, ein formelles Auslieferungsgesuch zu stellen.

Laut Behörden geht es um Bestechungszahlungen von über 100 Millionen Dollar seit den Neunzigerjahren. Gemäss Bundesamt für Justiz soll das Geld von Sportmedien- und Sportvermarktungsunternehmen gekommen sein. Als Gegenleistung sollen sie Medien-, Sponsoring- und Vermarktungsrechte an Fussball-Turnieren in den USA und Lateinamerika erhalten haben.

Zum Liveticker im Popup (si)

Deine Meinung