Haushaltsstatistik: Für diese Güter geben wir das meiste Geld aus
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HaushaltsstatistikFür diese Güter geben wir das meiste Geld aus

Eine Statistik zeigt, mit wie viel Geld im Durchschnitt gehaushaltet wird. Der grösste Teil des Budgets wird für den Konsum verwendet.

von
tbi

7112 Franken: So viel Geld hat in der Schweiz jeder private Haushalt im Durchschnitt pro Monat zur Verfügung. Fast zwei von drei Haushalten (60 Prozent) haben allerdings weniger Geld in der Kasse, wie das Bundesamt für Statistik (BfS) auf der Grundlage von Zahlen aus dem Jahr 2012 errechnet hat.

Errechnet wird das verfügbare Einkommen, in dem vom Bruttoeinkommen die obligatorischen Abgaben – Steuern, Beiträge an AHV und Pensionskasse, Krankenkassenprämien für die Grundversicherung und Transferzahlungen wie Alimente – abgezogen werden.

1234 Franken für Steuern

29,3 Prozent des Durchschnittseinkommens oder rund 2950 Franken pro Monat entfallen auf obligatorische Ausgaben. Knapp die Hälfte davon – im Durchschnitt 1234 Franken – gehen in Form von Steuern an den Fiskus. Ein Zehntel des Bruttoeinkommens wird für Beiträge an AHV und Pensionskasse gebraucht und 5,5 Prozent für die Krankenkasse.

Über drei Viertel des Bruttoeinkommens (75,3 Prozent) entfallen auf Einkommen der im Haushalt lebenden Personen und 18,4 Prozent auf Renten und Sozialleistungen. Einen Einkommensanteil von mehr als 5 Prozent aus dem Vermögen – als Zinsen und Dividenden – erzielt nur jeder siebte Haushalt, wie das BfS am Montag mitteilte.

Was von Löhnen inklusive 13. Monatslöhnen, Renten und Sozialleistungen übrig bleibt, verwenden die Privathaushalte mehrheitlich für den Konsum. Ungefähr 1780 Franken lassen sich Herr und Frau Schweizer ihre eigenen vier Wände pro Monat kosten. Dies entspricht etwa einem Fünftel des Haushaltsbudgets. «Das ist nicht wesentlich mehr als vor 50 Jahren», kommentiert Gerhard Schwarz, Direktor der Denkfabrik Avenir Suisse, die BfS-Zahlen. So wäre zwar das Wohnen in der Vergangenheit zwar teurer geworden, allerdings seien gleichzeitig auch die Löhne gestiegen.

Während sich einige Posten im Haushaltsbudgets verteuerten , wurden andere über die Jahre hinweg preiswerter. Gab man 1912 noch die Hälfte des Lohns für Nahrungsmittel aus, sind es heute nur noch 7%. «Die Zusammensetzung der Haushaltsausgaben hat sich im Verlauf der Zeit stark geändert», fasst der BfS-Statistiker Ueli Oetliker die Entwicklung zusammen.

1318 Franken für den Sparstrumpf

Laut Oetliker gibt ein Haushalt heute demnach 823 Franken für Unterhaltung, Erholung und Kultur aus. Kleider und Schuhe lassen sich die Schweizer monatlich 235 Franken kosten.

1,6 Prozent ihres Einkommens brauchen die Haushalte für Zusatzversicherungen der Krankenkasse, 2 Prozent für Prämien anderer Versicherungen. Nach Abzug aller Kosten bleiben im Portemonnaie 1318 Franken zurück.

Haushalte mit weniger Bruttoeinkommen als 5000 Franken pro Monat konnten 2012 allerdings kein Geld zurücklegen – sie gaben mehr aus als sie einnahmen. In 57 Prozent dieser Haushalte lebten Rentnerinnen und Rentner, die einen Teil ihres Budgets aus dem Sparstrumpf finanzieren. (tbi/sda)

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