Bearbrick Teddys - Für diese Plastik-Bären blättern Fans bis zu 160’000 Franken hin
DJ Bob Sinclair sammelt die beliebten Bearbrick-Figuren.

DJ Bob Sinclair sammelt die beliebten Bearbrick-Figuren.

Instagram/bobsinclair
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Hype um Bearbrick TeddysFür diese Plastik-Bären blättern Fans bis zu 160’000 Franken hin

Bearbrick Teddys sind beliebte Sammlerstücke und wechseln den Besitzer für tausende von Franken. Das steckt hinter dem Streetwear-Hype.

von
Johanna Senn

Sie sehen aus wie etwas, was in die Spielzeugtruhe gehört. Doch diese Teddys sind alles andere als für Kinderhände gedacht.

Die Bearbrick Figürchen sind Sammlerstücke und scheinen auf den ersten Blick simpel: Eine Mischung aus Legofigur und Teddybär aus hartem Plastik, Metall oder Holz. Dabei kosten die Teddys bisweilen tausende von Franken. Ein besonders rares Modell wurde sogar für umgerechnet 160’000 Franken versteigert.

Die Figuren werden von der japanischen Firma Medicom Toy hergestellt, die sich auf die Herstellung und den Verkauf von Sammler- und Actionfiguren spezialisiert hat.

Die Bären gibt es in sechs verschiedenen Grössen, die jeweils in Prozent angegeben werden. Das gängigste Format ist 100%, diese Bären sind sieben Zentimeter gross. Die kleinsten sind 3,5 Zentimeter gross und die grössten messen 70 Zentimeter – letztere sind die sogenannten 1000% Bearbricks. Sie sind am seltensten und kosten somit auch am meisten Geld. Damit der Sammlerwert so richtig in die Höhe schnellt, sind alle Serien limitiert und kommen meist nur einmal auf den Markt.

Collabs mit Chanel oder Andy Warhol

Der Clou an den Figürchen: Du kannst dir nicht einfach so deine Wunschfigur kaufen. Die meisten 100% Bearbricks werden in sogenannten Blind Boxes verkauft, wobei nicht direkt ersichtlich ist, welche Figur man eigentlich ersteht. Das macht es umso schwerer, ein ganzes Set zu sammeln. Die Blind Boxes gibts auf der Website von Medicom Toy, die aber nicht ausserhalb Japan liefern.

Ältere Blind Boxes können aber später online erstanden werden. Viele Bären werden ausserdem individuell verkauft und sind auch in verschiedenen Onlinestores, die sich auf Design spezialisiert haben, erhältlich. Je seltener die Bären sind, desto teurer sind sie.

Während gängige Modelle einfacher zu bekommen sind, werden die seltenen Figürchen für ein Vielfaches weiterverkauft. Zu den seltensten Bearbricks gehören etwa Kollaborationen mit Chanel, Andy Warhol oder dem amerikanischen Künstler KAWS.

0,52 Prozent Wahrscheinlichkeit

Bei den Teddys wird jeweils zwischen «Serien» und «Typen» unterschieden. Jede Serie besteht aus vier verschiedenen Typen: Es gibt den «Basic» Typ, der aus neun Figuren bestehen, wovon jede einen einzelnen Buchstaben aufgedruckt hat, die zusammen das Wort «Bearbrick» ergeben. Die Chancen in einer Box einen «Basic» Teddy zu haben, stehen mit fast 15 Prozent relativ gut.

Der «Standard» Typ besteht aus verschiedenen Themen wie zum Beispiel Horror, Science Fiction oder Hero wo die Teddys mit bekannten Figuren aus z.B. dem D.C. Comic-Universum bedruckt werden.

Dann gibt es noch den «Artist» Typ, die Designs aus Kollaborationen mit verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern aus der Mode- und Kunstszene wie zum Beispiel Vivienne Westwood, Chanel oder H.R. Giger aufgedruckt haben. Wer so eine Figur in einer Box findet, kann sich glücklich schätzen. Die Chancen dafür stehen nämlich nur zwischen ein und vier Prozent.

Am meisten gesucht ist jeweils der «Secret» Typ: Das sind Designs, die jeweils unangekündigt erscheinen und am seltensten sind. Die Chance, dass in einer Blind Box, die du kaufst, ein «Secret» Bearbrick Teddy steckt, stehen gerade mal bei 0,52 Prozent.

Ein Figürchen der Streetwear-Kultur

Warum sind die Bären so beliebt? Der Hype um die Bearbrick Teddys spielt in gleich mehrere Themen hinein, von denen auch die Streetwear-Kultur besessen ist: Raritäten, Sammlerwerte und Branding. Unterdessen sind die Teddys ein fester Bestandteil der Streetwear-Szene geworden.

Einer der bekanntesten Bearbrick-Sammler ist Ben Yang. Zum Magazin «GQ» sagt er: «Ich weiss nicht, was mich besessen hat. Aber ich dachte einfach, sie sind cool.»

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