Neuer ManCity-Boss: Für diesen Mann ist Abramowitsch ein Bettler
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Neuer ManCity-BossFür diesen Mann ist Abramowitsch ein Bettler

Es geht drunter und drüber in der englischen Premier League. Grund dafür ist Sulaiman Al Fahim, der neue Besitzer von Manchester City. Der märchenhaft reiche Scheich der Herrscherfamilie Al Nayhan lässt selbst Öl-Oligarch Roman Abramowitsch erblassen und will die Fussballwelt im Sturm erobern.

von
Reto Fehr

Für knapp 300 Millionen Franken hat die Abu Dhabi United Group for Development and Investment (ADUG) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Manchester City dem umstrittenen ehemaligen Premierminister Thailands, Thaksin Shinawatra, abgekauft. Kopf der Gruppe ist Dr. Sulaiman Al Fahim. Und er sagt von sich selbst: «Ich bin der neue Abramowitsch.» Doch das ist eigentlich untertrieben. Denn der russische Mäzen von Chelsea spielt in einer unteren Liga – verglichen mit Al Fahim. Für Fahim – mit einem geschätzten Vermögen von 240 Milliarden Franken – sind Abramowitsch' geschätzte 24 Milliarden Franken nur ein Trinkgeld.

Titel sind gefordert

Al Fahim soll Manchester City wieder zu Titeln führen. Der letzte Triumph datiert von 1976 und war der Liga-Cup. Das Augenmerk liegt aber in Zukunft klar auf dem Meistertitel und dem Gewinn der Champions League. Nach Al Fahims Rechnung braucht man dazu 18 Spieler, zu je etwa 40 Millionen Euro. Wie gesagt, Geld spielt keine Rolle. Und der Weg zum Erfolg ist für den Scheich aus Abu Dhabi ebenfalls egal: «Ich bin wie ein voll versichterter Bulldozer. Wenn es niemandem gefällt, fängt er an zu rollen – auch wenn Autos im Weg stehen. Er muss diese Autos zermalmen und weiter rollen. Ich kann nicht anhalten. Ich habe eine Idee, die muss ich umsetzen», so der neue Besitzer gegenüber der «Sun».

Doch wer ist dieser Sulaiman Al Fahim überhaupt? Wie kommt es dazu, dass er mit Geld um sich werfen kann und sich im Fussball engagiert? 20 Minuten Online hat nachgeforscht. Al Fahim ist ein 31-jähriger Familienvater von drei Kindern. Er hat mit seinem Immobilien-Business Milliarden gescheffelt und ist gemäss dem «Arabian Business Magazine» der sechzehntmächtigste Araber. Da und dort wird Al Fahim als Donald Trump von Abu Dhabi bezeichnet. Er hat mit «The Hydra Executives» eine eigene TV-Show, in welcher dem Gewinner eine Million Dollar winkt, lässt sich gerne mit Stars wie Pamela Anderson, Demi Moore oder Leonardo di Caprio fotografieren und ist wie erwähnt der Boss von ADUG.

Schon mit 14 Jahren an der Börse

Geboren wurde Al Fahim 1977 in Dubai. Schon früh kam er mit dem Geschäftemachen in Konkakt. So arbeitete er mit elf Jahren in der Apotheke seines Vaters. Unter dem Namen seiner Mutter fing er mit 14 Jahren an der Börse zu handeln an und ein Jahr später versuchte er sich erstmals im Immobilien-Business. Als 18-Jähriger wagte Al Fahim erste Schritte im Sport-Investment und gründete die Sulaiman Al Fahim Group. In Amerika machte er danach den Doktortitel im Immobilien-Geschäft. Als der Scheich 2003 Dhabya heiratete, kehrte er in die Vereinigten Arabischen Emirate zurück. Zwei Jahre später gründete er die Hydra Properties, welche schnell zum am schnellsten wachsenden Unternehmen in der Golfregion aufstieg. 2006 erschien er erstmals in der Liste der mächtigsten Araber, ein Jahr später gewann Al Fahim den «Visionary Award» bei den CEO-Awards im nahen Osten.

Doch während der City-Deal mit Abu Dhabi in England positiv aufgenommen wurde, dürfte er dem benachbarten Emirat Dubai nicht gefallen. Die beiden Golfstaaten konkurrieren seit Jahren um Prestige. Dubais Staatsfonds liebäugelt auf jeden Fall schon mit dem Kauf des FC Liverpool. Als erstes Spiel, dass sich Al Fahim von ManCity im Stadion ansehen möchte, wählte er die Partie gegen Chelsea am 13. September. «Ich hoffe das Team spielt dann gut», so Al Fahim. Das dürften sich seine Spieler auch wünschen.

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