Studie der ZHAW - Für digitale Konzerte will die Schweiz noch nicht recht bezahlen
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Studie der ZHAWFür digitale Konzerte will die Schweiz noch nicht recht bezahlen

Konzerte sind bei den Schweizerinnen und Schweizern durchaus beliebt. Sie wären aber auch bereit, für eine digitale Variante zu bezahlen. Je nach Veranstaltung bis zur Hälfte des Normalpreises.

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Die Schweiz sehnt sich laut einer Studie der ZHAW wieder nach Live-Veranstaltungen. Für 90 Prozent der Befragten ist das Erlebnis vor Ort erste Wahl. 

Die Schweiz sehnt sich laut einer Studie der ZHAW wieder nach Live-Veranstaltungen. Für 90 Prozent der Befragten ist das Erlebnis vor Ort erste Wahl.

20min/Simon Glauser
Für eine digitale Aufführung einer Oper oder eines Theaterstücks würden die Befragten am meisten bezahlen. Nämlich 48,4 bzw. 53,2 Prozent des normalen Eintrittspreises. 

Für eine digitale Aufführung einer Oper oder eines Theaterstücks würden die Befragten am meisten bezahlen. Nämlich 48,4 bzw. 53,2 Prozent des normalen Eintrittspreises.

20min/Michael Scherrer
Für ein Musikfestival auf Leinwand würden die Befragten etwa 45,3 Prozent bezahlen.

Für ein Musikfestival auf Leinwand würden die Befragten etwa 45,3 Prozent bezahlen.

20min/François Melillo

Darum gehts

  • Die Schweizerinnen und Schweizer sehnen sich danach, Veranstaltungen vor Ort besuchen zu können. Für beinahe 90 Prozent der Bevölkerung ist das Erlebnis live die erste Wahl.

  • Je nach Anlass liegt die Bereitschaft, für eine digitale Version zu bezahlen zwischen 37 und drei Prozent.

  • Am beliebtesten sind Konzerte und Musikfestivals. Am Ende der Rangliste fungieren Messen.

Ob Schlagzeugsolo, Torjubel oder Wagner-Fortissimo: Erlebnisse vor Ort bleiben trotz der Pandemie die bevorzugte Veranstaltungsform der Schweizer Bevölkerung: 87,5 Prozent geben an, dass sie Live-Events als sehr wichtig oder wichtig erachten. Für die Bevölkerung zwischen 45 und 59 Jahren plus ist dies besonders wichtig. Sie möchten für den Konsum einer Veranstaltung am ehesten aus dem Haus kommen. (90,9 Prozent).

Nichts ersetzt das Erlebnis vor Ort

Je jünger hingegen die Bevölkerungsgruppe, desto aufgeschlossener ist sie gegenüber digitalen oder hybriden Events. Dies zeigt die ZHAW-Studie «Events Schweiz 2021». Eine deutliche Mehrheit (57,8 Prozent) ist zudem der Meinung, dass digitale Veranstaltungen – zum Beispiel via Streaming oder Virtual Reality – das Live-Erlebnis nicht ersetzen können.

Über alle Altersgruppen gesehen sind Konzerte und Festivals die beliebtesten Veranstaltungen, gefolgt von Sportevents. Danach folgen Oper (bei Ü-60 besonders beliebt), Musicals und Theater. Am Ende der Rangliste fungieren Messen.

Für digitale Alternative wird maximal die Hälfte bezahlt

Wieviel wären denn die Befragten bereit, für die digitale Alternative zu einem Live-Event zu bezahlen? Hier gibt es deutliche Unterschiede: Obwohl sehr beliebt: Für Konzerte und Sportevents würden die Besucher gut 37 Prozent bezahlen. Das ist insofern erstaunlich, weil die Studie angibt, dass genau dafür die Befragten vor der Pandemie am meisten ausgegeben haben, nämlich je zwischen rund 240 und 270 Franken pro Jahr. Das ist für den Studienleiter Marcel Hüttermann zu erklären: «Konzerte sind digital noch nicht attraktiv genug. Es fehlt der soziale Aspekt, da geht man meist nicht allein oder zu zweit hin.»

Ein Musikfestival auf Leinwand wäre den Befragten etwa 45,3 Prozent wert. Für einen Opern- oder Theaterbesuch lägen um die Hälfte (48,8 bzw. 53,2 Prozent) eines normalen Eintrittspreises drin. Hier ist laut Hüttermann das Erlebnis auch auf dem Bildschirm kompletter. «Ein Theater ist auch zu Hause ein Erlebnis. Und man könnte eine Aufführung aus New York geniessen, ohne reisen zu müssen.»

Studie gibt Hybriden Anlässen gute Noten

Aufgrund der Ergebnisse sieht die Studie Perspektiven, dass es künftig vermehrt hybride Events gibt, die das vor Ort-Erlebnis mit Streaming ergänzen. «Hybride Events haben das Potenzial, die Vorteile von virtuellen und physischen Formaten zu kombinieren und so auf die Marketingziele der Veranstalter oder Eventsponsoren einzuzahlen», so Hüttermann.

Zur Studie

Die Resultate basieren auf einer Schweizweit repräsentativen Onlinebefragung, an der im Januar 2021 rund 1000 Personen teilgenommen haben. Durchgeführt wurde sie vom Institut für Marketing Management und dem Zentrum für Kulturmanagement der ZHAW School of Management and Law.

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(pco)

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