1. August am Sonntag: Für Firmen ein positiver Effekt
Aktualisiert

1. August am SonntagFür Firmen ein positiver Effekt

Weil der Nationalfeiertag ein Sonntag ist, reiben sich Arbeitgeber die Hände.

von
Gérard Moinat

Am Wochenende ist es wieder so weit: Ein Feiertag fällt aus, weil Sonntag ist. Was die Arbeitnehmer ärgert, freut Firmen. Denn: «Für die meisten Arbeitgeber ist der Effekt positiv, wenn ein Feiertag auf einen Sonntag fällt», sagt Alexis Körber vom Forschungsinstitut BAK Basel. Dieser Effekt ist schwierig zu beziffern, denn viele Betriebe arbeiten auch am Wochenende; «speziell in der Schweiz mit ihrem hohen Tourismus-Anteil am BIP». Mit einer Umschlagsrechnung zeigt Körber dennoch auf, dass durch den Feiertagsausfall hierzulande theoretisch rund 1,9 Mia. Franken mehr erwirtschaftet werden könnten. Dazu teilt er das BIP 2009 von 538 Mia. Franken durch 280 Tage. De facto liegt der Feiertags­effekt wohl etwas tiefer.

Den Arbeitnehmern tut es trotzdem weh, wenn ein Feiertag flöten geht. Denn sogar die fleissigen Japaner holen einen ausfallenden Feiertag am Montag nach. Hierzulande aber sieht keiner der wichtigsten Gesamtarbeitsverträge vor, dass Feiertage kompensiert werden. Nur Bundes- und Bahnangestellten kann es egal sein, wenn Freitage aufs Wochenende fallen. Jean Chris­tophe Schwaab vom Gewerkschaftsbund fordert, dass «Feiertage, die auf den Sonntag fallen, auch in der Schweiz nachgeholt werden». Ausgeruhte Mitarbeiter würden auch den Firmen zugutekommen, so Schwaab. Von den gesamtschweizerisch gültigen Feiertagen, die zwingend Sonntage sind, fallen dieses Jahr gleich drei auf das Wochenende.

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