Schweizer Impf-Chef: Christoph Berger über Impfschäden

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Schweizer Impf-Chef«Für jüngere Menschen macht die Impfung kaum einen Unterschied mehr»

Christoph Berger ist seit 2015 Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen. Sie verantwortet die Impfempfehlungen für die Bevölkerung.

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«Ja, es ist klar, dass es unerwünschte Impferscheinungen gibt, auch schwere. Und ja, wir müssen diese Personen und ihre Leiden ernst nehmen, ihnen auch helfen», so der Schweizer Impfchef Christoph Berger.

«Ja, es ist klar, dass es unerwünschte Impferscheinungen gibt, auch schwere. Und ja, wir müssen diese Personen und ihre Leiden ernst nehmen, ihnen auch helfen», so der Schweizer Impfchef Christoph Berger.

20min/Simon Glauser
Immer mehr Menschen klagen über andauernde Schmerzen, über ständige Müdigkeit und weitere Symptome, die sie mit der Impfung in Verbindung bringen.

Immer mehr Menschen klagen über andauernde Schmerzen, über ständige Müdigkeit und weitere Symptome, die sie mit der Impfung in Verbindung bringen.

20min/Celia Nogler
Insgesamt wurden in der Schweiz rund 17 Millionen Impfdosen gespritzt. 

Insgesamt wurden in der Schweiz rund 17 Millionen Impfdosen gespritzt. 

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Während der letzten zwei Jahre war Christoph Berger ein gefragter Mann beim Thema Impfung.

  • Seit 2015 ist er Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif). 

  • Während die Impfung für Risikopatienten noch empfohlen ist, sei der Schutz für jüngere, gesunde Personen gering, so Berger.

Es gibt sie, die Impfschäden. Immer mehr Menschen, die mit Langzeitfolgen der Impfung zu kämpfen haben, fordern Anerkennung und Unterstützung. Im Gespräch mit dem «Tages-Anzeiger» liefert der Schweizer Impfchef Christoph Berger Antworten dazu. Er sagt: «Ja, es ist klar, dass es unerwünschte Impferscheinungen gibt, auch schwere. Und ja, wir müssen diese Personen und ihre Leiden ernst nehmen, ihnen auch helfen.» Die Frage sei jedoch, ob diese Patientinnen und Patienten alle das Gleiche haben.

Immer mehr Menschen klagen über andauernde Schmerzen, über ständige Müdigkeit und weitere Symptome, die sie mit der Impfung in Verbindung bringen. Die Symptome seien jedoch von Fall zu Fall verschieden, so Berger zum «Tages-Anzeiger». Es gebe keine klare Diagnose des sogenannten Post-Vac-Syndroms. «Der Begriff ist ein Sammeltopf für verschiedene Symptome, die mit der Impfung zumindest in einem zeitlichen Zusammenhang stehen könnten. Vielleicht ist der Zusammenhang auch ursächlich oder auch nicht», so Berger. Darum sei es nicht möglich, alle Betroffenen gleichzubehandeln. «Wir schauen uns jeden einzelnen Fall individuell an.»

Impfung für Risikopatienten immer noch sinnvoll

Doch was nützt die Impfung heute noch, für wen ist sie überhaupt noch sinnvoll? «Die Impfung schützt Risikopersonen für weitere Wochen bis Monate gut vor einer schwereren Erkrankung, die sie ins Spital bringen könnte. Aber für jüngere, gesunde Personen macht die Impfung kaum einen Unterschied mehr», so Berger gegenüber dem «Tages-Anzeiger». So schütze sie weder vor Ansteckungen noch zuverlässig vor leichten Erkrankungen.

«Für jüngere, gesunde Personen macht die Impfung kaum einen Unterschied mehr»

Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif)

Rund 17 Millionen Impfdosen verspritzt

Gibt es einen Verdacht auf Impfschäden, sollte dieser unbedingt Swissmedic gemeldet werden. «Swissmedic hat die Aufgabe, die Meldungen aufzuarbeiten, in Kategorien einzuteilen und zu bewerten. Dann muss man untersuchen, wie man den Betroffenen helfen kann», so Berger im Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Trotzdem betont Berger, dass nichts darum herumführe, jeden Fall einzeln anzusehen.

In der Schweiz wurden rund 17 Millionen Impfdosen verspritzt. Im Nachhinein kann man das Risiko von Impfschäden besser einschätzen. Berger sagt dazu: «Nach zwei Jahren ist klar, dass der Nutzen der Impfung weit grösser ist als das Risiko. Das gilt für die Gesamtbevölkerung, aber für einzelne Betroffene sieht das natürlich anders aus.»

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