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Schwieriger EntscheidFür Kroos ist ein Coming-out noch immer eine heikle Sache

Toni Kroos hat nichts gegen schwule Fussballer und lesbische Fussballerinnen. Zu einem Outing hat der deutsche Fussballstar jedoch eine geteilte Meinung.

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Toni Kroos glaubt, dass ein Coming-out auch Probleme mit sich bringt.

Toni Kroos glaubt, dass ein Coming-out auch Probleme mit sich bringt.

Foto: Keystone
Der 30-jährige Deutsche ist Real Madrids Mittelfeldmotor.

Der 30-jährige Deutsche ist Real Madrids Mittelfeldmotor.

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Auch in der deutschen Nationalmannschaft ist Kroos unverzichtbar.

Auch in der deutschen Nationalmannschaft ist Kroos unverzichtbar.

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Darum gehts

⦁ Fussballer Toni Kroos äussert sich zum Coming-out.

⦁ Der Deutsche glaubt, dass ein Outing nicht nur einfach ist.

⦁ Die Fussballerin Pernille Harder sieht dabei weniger Probleme als Kroos.

Fussball und Coming-out: Nach wie vor keine einfache Sache. Dies glaubt zumindest Toni Kroos. «Mein gesunder Menschenverstand sagt mir natürlich, dass das im 21. Jahrhundert jeder frei ausleben sollte. Ich weiss aber nicht, ob ich jemandem raten würde, sich als Aktiver zu outen.» Diese Aussage macht der 30-jährige deutsche Mittelfeldmotor von Real Madrid im aktuellen Magazin «GQ».

Kroos will niemanden von einem Coming-out abhalten. Er ist sich aber der Schwierigkeiten, die nach einem Outing auf jemanden zukommen würden, bewusst. «Ein Vorteil wäre es, glaube ich, auch heute noch nicht.»

Der Fussballer sieht nicht die Spieler als Problem, sondern eher die Fans. «Der Profi, der sich outet, hätte bestimmt viel Unterstützung von allen Seiten. Ob das aber in einem Stadion voller gegnerischer Fans auch der Fall ist, bezweifle ich.»

Fussballerin rät Kollegen zum Outing

Weniger Probleme bei einem Coming-out sieht Pernille Harder. Die 27-jährige Dänin vom VfL Wolfsburg ist mit ihrer schwedischen Teamkollegin Magdalena Eriksson liiert. «Auch bei den Männern wünsche ich mir, dass ein aktiver Spieler den Mut aufbringt, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen, denn es gibt diese Spieler ganz sicher», sagt Harder in einem Interview mit dem Frauen-Fussballmagazin «Elfen».

Der Fussballerin sei wichtig, dass alle Menschen dazu stehen können – egal, in wen sie sich verlieben – ohne darüber nachdenken zu müssen. Elfen sagt aber auch, dass es bei den männlichen Kollegen schwieriger sei. «Ich verstehe das Zögern. Der Männerfussball kultiviert immer noch längst überholte Vorstellungen von Maskulinität. Und die Resonanz wäre sicher eine ganz andere als bei den Frauen.»

(heg)

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