Aktualisiert 20.10.2011 20:44

Nach Gaddafis Tod«Für Libyen beginnt ein neues Zeitalter»

Reaktionen auf den Tod von Muammar Gaddafi zeigen: Die Welt ist froh, dass der Krieg in Libyen zu Ende ist. Die Politiker hoffen, dass das Land ein neues Kapitel aufschlagen kann. Die Aufgabe wird aber nicht einfach.

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Mit Material von CNN und BBC
Ban Ki Moon fordert die Libyer dazu auf, die Waffen jetzt nieder zu legen.

Ban Ki Moon fordert die Libyer dazu auf, die Waffen jetzt nieder zu legen.

Die Nachricht vom Tod des langjährigen libyschen Machthabers Muammar Gaddafi ist nicht nur in Libyen, sondern auch in vielen Ländern der Welt begrüsst worden. Zugleich riefen viele Politiker die Konfliktparteien zur Versöhnung auf. Das sind die ersten Reaktionen auf die Einnahme von Sirte und den Tod von Muammar Gaddafi:

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, «dass ist nur des Ende des Anfangs». Der künftige Weg für Libyen und seine Bevölkerung sei schwierig und voller Herausforderungen. Dazu brauche es aber eine nationale Einheit. «Die Kämpfer auf allen Seiten müsen nun ihre Waffen weglegen - jetzt ist die Zeit des Heilens und des Wiederaufbaus und nicht der Rache.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA rief zur «Erhaltung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts in Libyen auf.» Es appellierte an die verschiedenen Akteure, Zurückhaltung zu üben, auf Vergeltungsmassnahmen zu verzichten und einen Dialog zur Stabilisierung der REgion unter Einbezug aller Parteien einzuleiten.

Gaddafis Tod sei das «Ende eines langen und schmerzhaften Kapitels», sagte US-Präsident Barack Obama in Washington. Das libysche Volk habe nun die Chance, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Die Libyer hätten aber auch eine «grosse Verantwortung», eine Regierung zu schaffen, die alle gesellschaftlichen Gruppen einschliesse.

Feiernde Libyer nach Gaddafis Tod

Man dürfe sich keinen Illusionen hingeben, warnte der Präsident: «Libyen hat bis zur Demokratie eine lange und kurvenreiche Strecke vor sich.» Die USA und ihre Verbündeten stünden dem Land aber weiterhin mit Unterstützung zur Seite.

Triumphzug im Golfwagen von Gaddafi

Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle hofft nach dem Tod des früheren libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi auf einen Neuanfang für das Land. «Gaddafi war ein Diktator, der die Menschenrechte missachtet und Krieg gegen sein eigenes Volk geführt hat», sagte Westerwelle«». Jetzt gebe es die Chance, ein neues demokratisches Kapitel aufzuschlagen. «Wir hoffen, dass für Libyen jetzt ein neues Zeitalter beginnt», betonte der FDP-Politiker. Er versicherte, dass Deutschland bei der Linderung des Leides und beim Wiederaufbau des Landes helfen werde.

«Dieser Tag setzt einen Schlusspunkt unter das Regime Gaddafi, es ist ein wichtiger Tag für die Libyer», erklärte die deutsche Kanzlerin Merkel. «Der Weg ist nun endgültig frei für einen politischen Neuanfang in Frieden.»

Libyen müsse «zügig weitere entschlossene Schritte in Richtung Demokratie gehen und die bisherigen Errungenschaften des Arabischen Frühlings unumkehrbar machen», sagte Merkel.

Gaddafi lebte bei der Festnahme

Kurz formulierte es Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi: «Sic transit gloria mundi» - so vergeht der Ruhm der Welt: Mit diesen Worten reagierte der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi auf die Berichte über den Tod seines einstigen Freundes Muammar al-Gaddafi. «Jetzt ist der Krieg vorbei», fügte Berlusconi hinzu, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Sarkozy: Demokratisches System aufbauen

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy rief zu Versöhnung und Einheit auf. «Der Tod von Muammar al-Gaddafi ist eine wichtige Etappe bei dem seit acht Monaten geführten Kampf des libyschen Volkes zur Befreiung von dem diktatorischen und gewalttätigen Regime», heisst es in einer Erklärung von Sarkozys Amt.

Es gelte jetzt, ein demokratisches System in dem nordafrikanischen Land aufzubauen, in dem alle Bewohner ihren Platz fänden und die fundamentalen Rechte gesichert seien.

Gaddafi ist tot

Der britische Premierminister David Cameron erklärte gegenüber BBC: «Heute ist der Tag um innezuhalten, und all der Opfer von Gaddafi zu gedenken.» Er sei stolz auf die Hilfe, welche Grossbritannien den Rebellen habe zukommen lassen. Und er stellte der liybischen Bevölkerung weitere aktive Hilfe in Aussicht.

Das Ende der Ära Gaddafi stelle auch das Ende einer Ära von Despotismus und Repression dar, betonte Herman Van Rompuy, der EU-Ratspräsident. «Heute kann Libyen eine neue Seite in seiner Geschichte aufschlagen und eine neue demokratische Zukunft beginnen».

Der russische Präsident Dimitri Medwedew sagte: «Wir hoffen, dass jetzt in Libyen Frieden einkehrt und dass die Vertreter der verschiedenen Stämme Libyens nun einen gemeinsamen Weg zum Aufbau eines demokratischen Staates finden werden.

Noch keine offizielle Reaktion gab es von US-Präsident Barack Obama. Eine Reaktion gab es dagegen vom republikanischen Senator John McCain. Der Tod Gaddafis markiere das Ende der ersten Phase der libyschen Revolution. Nun müsse sich Libyen darauf konzentrieren, das Land und die Wirtschaft wieder aufzubauen und «den demokratischen Transitionsprozess weiter zu führen». (Mit Material von CNN und BBC/sda/dapd)

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