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AnsteckungsgefahrFür Menschen gefährlicher Erreger bei Igeln entdeckt

Igel sind herzig, können aber auch zur Gesundheitsgefahr werden. Und das nicht nur, weil sie mit ihren Stacheln Zecken in die Städte bringen.

von
Fee Riebeling
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Igelberühmtheiten wie der kürzlich verstorbene Mr. Pokee lassen einen gern vergessen, dass es sich bei Igeln in der Regel um Wildtiere handelt.

Igelberühmtheiten wie der kürzlich verstorbene Mr. Pokee lassen einen gern vergessen, dass es sich bei Igeln in der Regel um Wildtiere handelt.

Instagram.com/Mr.Pokee
Entsprechend können die Tiere, an deren Stacheln so manches hängen bleibt, für Menschen ansteckende Krankheitserreger auf sich tragen.

Entsprechend können die Tiere, an deren Stacheln so manches hängen bleibt, für Menschen ansteckende Krankheitserreger auf sich tragen.

Keystone/Steffen Schmidt
Neben Zecken ...

Neben Zecken ...

iStock/Astrid860

So stachelig Igel auch sind: Sie ziehen Menschen magisch an, wie das Beispiel des jüngst verstorbenen Instagram-Stars Mr. Pokee zeigt. Auch nach seinem Tod folgen ihm noch 1,3 Millionen Fans.

Was beim Betrachten der herzigen Bilder leicht in Vergessenheit gerät: Igel sind Wildtiere (siehe Box) und als solche streifen sie durch die Natur.

Dabei gabeln sie mit ihren Stacheln alles auf, was nicht niet- und nagelfest ist. Neben Zecken, die sie aus Wäldern und Wiesen in die Städte tragen, sind das auch Keime, die Menschen gefährlich werden können.

Kleiner Bruder der Diphtherie

Ein Erreger, der Experten um Anja Berger vom Nationalen Konsiliarlabor für Diphtherie im bayrischen Oberschleissheim Sorgen bereitet, ist Corynebacterium ulcerans. Das Bakterium gilt als «kleiner Bruder» des Diphterie-Erregers und verursacht beim Menschen Haut- und Lymphknotenabzesse, neurologische Schäden, Atemwegsinfektionen und Herzentzündungen.

Während die klassische Diphterie, die unbehandelt meist tödlich endet, dank Impfungen in den Industrieländern selten geworden ist, befindet sich C. ulcerans dagegen im Aufwind. Entsprechend sei Vorsicht geboten, heisst es im Fachjournal «Emerging Microbes & Infections».

Infektionsgefahr wächst

Nachdem der Erreger schon mehrfach bei Füchsen, Rehen und Wildschweinen nachgewiesen wurde, ist er nun auch bei Igeln entdeckt worden. Dadurch wächst die Ansteckungsgefahr für den Menschen. Schliesslich kommen Igel ihnen näher als grössere Wildtiere.

«Der Fund von toxinproduzierenden C. ulcerans bei Igeln unterstreicht die potenziellen Übertragungsrisiken und sollte die öffentliche Aufmerksamkeit für zoonotische Infektionen schärfen», so die Forscher in einer Mitteilung. Sie empfehlen, nach jedem Kontakt mit einem Wild- oder Haustier die Hände sorgfältig zu waschen oder zu desinfizieren. Geschwächte, kranke oder verletzte Wildtiere sollten grundsätzlich nur von erfahrenen Personen angefasst und gepflegt werden.

Wild- und Hausigel

Bei dem verstorbenen Mr. Pokee und anderen Igeln, die als Haustier gehalten werden, handelt es sich nicht um gezähmte Wildtiere. Sie stammen vielmehr aus Zuchtbetrieben. Besonders beliebt sind hierfür Weissbauchigel (Atelerix albiventris) und Kreuzungen aus Weissbauchigel und Algerischem Igel.

Wie bei anderen Haustieren geht von ihnen ein deutlich weniger grosses Gesundheitsrisiko aus. Wobei auch dieses nicht ausgeschlossen werden kann, wie Fälle aus den USA zeigen. So infizierten sich elf Menschen in acht Bundesstaaten durch den Kontakt mit Hausigeln mit Salmonellen.

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