Martin Rueda: «Für mich ist das eine einmalige Chance»
Aktualisiert

Martin Rueda«Für mich ist das eine einmalige Chance»

Der neue YB-Trainer Martin Rueda will Spielfreude und Vertrauen zurück in die Mannschaft bringen. Dass er in Bern nur einen Einjahresvertrag kriegt, ist für ihn kein Problem.

von
Alexandra Stäuble

Martin Rueda zu seinem Engagement bei YB. (Video: 20 Minuten Online)

In Bern wagt man nach dem gescheiterten Experiment mit dem erhofften Erfolgstrainer Christian Gross einen Neuanfang. Etwas überraschend ernennen die Young Boys Martin Rueda als neuen Chef-Coach. Der ehemalige Lausanne-Trainer erhält bei YB einen Vertrag bis Sommer 2013. Im Stade de Suisse wurde der 49-jährige Zürcher den Medien vorgestellt.

«Ich möchte mich für das Vertrauen bedanken. Es ist grossartig, in einem solchen Spitzenverein diese Chance zu bekommen. Ich bin glücklich und stolz», so Rueda. Der ehemalige GC- und FCL-Profi schwärmt von einer grossartigen Mannschaft, vom kompetenten Staff und den hervorragenden Rahmenbedingungen in Bern. Der Zürcher mit spanischen Wurzeln ist sich bewusst, was sich die Spieler, die Fans und nicht zuletzt die Klubführung nach der misslungenen Saison von seinem Engagement erhoffen. «Ich bin gerne nahe bei der Mannschaft, möchte ihnen zuhören, Vertrauen und Spielfreude schenken. Die Leidenschaft steht aber im Vordergrund.»

Känzig begründet den Entscheid für Rueda

Weshalb sich YB für den ehemaligen Lausanne-Coach entschieden hat, beschreibt Ceo Ilja Känzig folgendermassen: «Martin hat seine Chancen genutzt, wo auch immer er im Amt war. Ob nun mit Wohlen in der Challenge League oder dann in Lausanne, wo er mit überschaubaren Mitteln den Aufstieg und die Europa League geschafft hat», lobt Känzig den neuen Chef-Trainer. Vor allem aber sei das Bauchgefühl richtig gewesen, als man sich für ihn - einstimmig - entschieden habe, begründet der YB-Ceo. Natürlich sei es für den Verein auch von grosser Bedeutung, dass der neue Trainer über die Super League, den Klub und auch die Spieler Bescheid wisse. «Wir haben uns bewusst Zeit genommen für diesen Entscheid», so Känzig weiter.

Was die Zielvorgaben für den neuen Trainer anbelangt, hält sich die Klubführung bedeckt. «Wir müssen erst einmal die vergangene Saison verarbeiten», so Känzig. In erster Linie erhofft man sich in Bern wieder Fussball, der die Leute begeistert. «Wir wollen eine Saison spielen, wo wir schlussendlich nicht wieder enttäuscht sind und von verfehlten Zielen sprechen müssen.» An einen bestimmten Tabellenplatz denkt man in der Hauptstadt nicht, an einen Titel erst recht nicht. «Erst müssen wir unsere Hausaufgaben machen», so Känzig und gibt als Minimalziel das internationale Geschäft aus.

«Die Geduld heutzutage wird immer kleiner»

Die Young Boys haben Rueda nur für ein Jahr verpflichtet. Känzig bezeichnet diesen Entscheid als Trend im modernen Fussball. «Die Geduld heutzutage wird immer kleiner, die Klubs müssen sich immer mehr vor dem Misserfolg schützen», begründet der YB-Ceo. Falls der Gesamteindruck nach einem Jahr stimme, sei eine Verlängerung durchaus ein Thema. Für den ehemaligen Lausanne-Coach kein Problem: «Die Vereinsleitung hat mir ein Jahr vorgeschlagen und das war für mich kein Thema. Ich sehe das als eine grosse Chance, bei einem grossen Verein Fuss zu fassen.» Man müsse mit guter Arbeit überzeugen und die logische Konsequenz davon sei, dass Verträge dann verlängert werden.

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