29.10.2020 05:06

Container voller Brote«Für mich ist das pure Verschwendung»

Ein Leser versteht nicht, warum eine Bäckerei in Adliswil so viele Backwaren wegwirft. Der Geschäftsführer des betroffenen Betriebs nimmt Stellung dazu.

von
Monira Djurdjevic
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«Ich sah diesen Container voller weggeworfener Brote. Für mich ist das pure Verschwendung», sagt ein Leser. 

«Ich sah diesen Container voller weggeworfener Brote. Für mich ist das pure Verschwendung», sagt ein Leser.

Leser-Reporter
Er fragt sich: «Kann man mit den Esswaren nicht etwas anderes anfangen?» Er würde es zum Beispiel begrüssen, wenn die Nahrungsmittel statt im Container bei Bedürftigen landen würden.

Er fragt sich: «Kann man mit den Esswaren nicht etwas anderes anfangen?» Er würde es zum Beispiel begrüssen, wenn die Nahrungsmittel statt im Container bei Bedürftigen landen würden.

Leser-Reporter
Michael Imholz, Geschäftsführer der Bäckerei Imholz, bestätigt, dass die Bio-Tonne voller Backwaren von seinem Betrieb stammt.  

Michael Imholz, Geschäftsführer der Bäckerei Imholz, bestätigt, dass die Bio-Tonne voller Backwaren von seinem Betrieb stammt.

Darum gehts

  • Auf einem Bild ist zusehen, wie unzählige Brote einer Bäckerei in Adliswil ZH in einem Container liegen.

  • Ein Leser findet das «pure Verschwendung».

  • Der Bäckerei-Besitzer erklärt, wie es dazu kommen konnte.

Ein Leser-Reporter nervt sich über eine Bäckerei in Adliswil ZH, die Essen wegwirft. «Ich sah diesen Container voller weggeworfener Brote. Für mich ist das pure Verschwendung. Kann man mit den Esswaren nicht etwas anderes anfangen?» Er würde es zum Beispiel begrüssen, wenn die Nahrungsmittel statt im Container bei Bedürftigen landen würden.

Michael Imholz, Geschäftsführer der Bäckerei Imholz, bestätigt, dass die Bio-Tonne voller Backwaren von seinem Betrieb stammt. «Leider ist es trotz grosser Bemühungen manchmal unmöglich, Überschüsse ganz zu vermeiden.» Er erklärt: «Wir sind per Ende September Corona-bedingt unter sehr schwierigen Umständen in den neuen Standort in Adliswil eingezogen.»

Test-Backreihen zur Einführung der neuen Öfen, anfängliche Produktionsprobleme und ein noch nicht reibungslos funktionierendes Verwertungs- und Entsorgungskonzept hätten dabei zu diesem unschönen Bild geführt, so Imholz.

«Wir sind uns der grossen Verantwortung bewusst»

Der 49-Jährige versichert aber: «Wir sind uns der grossen Verantwortung bewusst und geben unser Bestes, «den Food-Waste so gering wie möglich zu halten.» Man habe daher ein Konzept entwickelt, «um möglichst vielen Broten ein zweites Leben zu schenken». So werde aus Baguettes Paniermehl gemacht, aus Olivenbroten entstehen Brot-Cracker, und was nicht weiterverarbeitet werden kann, werde am nächsten Tag in einer Filiale der «Ässbar» vergünstigt weiterverkauft, sagt Imholz.

Ein kleiner Teil der verbleibenden Brote könne unter strengen Vorschriften noch als Tierfutter weitergegeben werden. «An unserem alten Standort wurde ein Bauer berücksichtigt, der Brot für Schafe verwendet. Das war in Adliswil leider noch nicht möglich.»

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