Aktualisiert 05.05.2015 07:08

LändervergleichFür Mütter ist die Schweiz nahezu paradiesisch

Müttern geht es in der Schweiz extrem gut: Zu diesem Schluss kommt ein internationaler Vergleich von der Hilfsorganisation Save the Children.

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Je nach Land bedeutet Mutterschaft etwas anderes.

Je nach Land bedeutet Mutterschaft etwas anderes.

Keystone/Gaetan Bally
Am glücklichsten sind laut einer neuen Erhebung Mütter in Norwegen.

Am glücklichsten sind laut einer neuen Erhebung Mütter in Norwegen.

Keystone/AP/Sigurdsoen, Bjoern
Ihnen folgen Mütter in Finnland, ...

Ihnen folgen Mütter in Finnland, ...

Keystone/Johanna Kannasmaa

Nicht allen Müttern geht es gleich gut: Am besten gestellt sind Mütter in Skandinavien, am schlechtesten in der Subsahara. Die Schweiz belegt gemäss dem «Bericht zur Lage der Mütter in der Welt» Platz 13 unter den 179 untersuchten Ländern – und somit den gleichen Rang wie im letzten Jahr.

Save the Children verglich dazu fünf Indikatoren: Müttersterblichkeit, Kindersterblichkeit, Schulbildung sowie wirtschaftlicher und politischer Status.

Noch Luft nach oben

Der Babyflüsterer

In vier dieser Bereiche habe die Schweiz Fortschritte gemacht, teilte die Organisation am Dienstag mit, aber nicht so grosse wie andere Länder in den Top 20, womit die Schweiz auf dem gleichen Rang wie 2014 rangiere.

Die Spitzenplätze belegen erneut nordeuropäische Staaten: Norwegen erhielt Gold, dahinter liegen Finnland, Island, Dänemark und Schweden. Am anderen Ende der Liste rangieren fast ausschliesslich afrikanische Länder südlich der Sahara. Schlusslicht ist erneut das Bürgerkriegsland Somalia; hier sterbe eine von 18 Frauen an den Folgen einer Schwangerschaft oder Geburt.

Mütter und Kinder in Slums gefährdeter

Die Organisation weist auf das Ungleichgewicht zwischen der Lage von Müttern auf dem Land und in den Städten hin. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebe heute in Städten. In Slums hätten Mütter und Kinder aber kaum Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung. In den Slums im indischen Delhi beispielsweise sei die Kindersterblichkeit dreimal höher als in reicheren Vierteln.

Die Ungleichheit beschränkt sich nicht nur auf die Entwicklungsländer. So sei die Kindersterblichkeit in Zürich und Bern merklich höher als im nationalen Durchschnitt, schreibt Save the Children. Ursache sei der höhere Anteil an Ausländerinnen in den städtischen Gebieten. Sprachbarrieren und fehlendes Wissen über das Gesundheitssystem erschwerten vielen Frauen mit Migrationshintergrund den Zugang zu Gesundheitsversorgung – vor, während und nach der Geburt.

Die Organisation verweist dabei auf eine Untersuchung, wonach die Müttersterblichkeit bei italienisch-, spanisch- und türkisch-stämmigen Frauen in der Schweiz zwischen 2000 und 2006 viermal höher lag als bei Schweizerinnen.

(fee/sda)

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