Basel: Für Obdachlose wird es bei Minusgraden eng
Aktualisiert

BaselFür Obdachlose wird es bei Minusgraden eng

Volle Wärmestube und keine kostenlosen Schlafplätze: Bei kalten Temperaturen ist Basel für das Leben auf der Strasse kein angenehmer Platz.

von
Anna Luethi
Die Wärmestube Soup & Chill.

Die Wärmestube Soup & Chill.

Minus acht Grad – die Prognosen für die kommende Woche stimmen Claudia Adrario, Präsidentin des Vereins Soup & Chill, besorgt: «Es gibt keinen Notfallplan für solch kalte Tage.» In der Wärmestube herrsche riesiger Andrang: Täglich kommen über 60 Besucher vorbei, es werden 30 Liter Suppe ausgeschenkt. «Wir sind dabei, Schlafsäcke und Anoraks aufzutreiben», so Adrario. Denn viele Leute würden unter Brücken, in Nischen oder Gartenhäuschen übernachten. «Wir bräuchten einen Raum oder ein beheiztes Zelt, in dem Obdachlose kostenlos übernachten können, wie es das etwa in Rom gibt», sagt Adrario.

Auch Michel Steiner vom Schwarzen Peter bestätigt: «Im Tageshaus an der Wallstrasse oder dem Treffpunkt Glaibasel wirds langsam eng.» Richtig problematisch sei es jedoch nachts: Ein Bett in der Notschlafstelle kostet sechs Franken, für Ausserkantonale gar 40. «Das ist einfach zu viel», so Steiner. Nächstes Jahr will der Schwarze Peter deshalb an Wohnprojekten arbeiten – bis dann zahlt der Verein Obdachlosen den Schlafplatz aus eigener Kasse.

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