Sicherheits-Mitarbeiter: Für Securitas arbeiteten vorbestrafte Deutsche
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Sicherheits-MitarbeiterFür Securitas arbeiteten vorbestrafte Deutsche

Securitas liess über eine Drittfirma Arbeitskräfte aus Deutschland anstellen. Nur: Diese kamen zu miserablen Bedingungen in die Schweiz – und waren teils vorbestraft.

von
num
Securitas-Mitarbeiter arbeiteten in der Schweiz zu miserablen Bedingungen.

Securitas-Mitarbeiter arbeiteten in der Schweiz zu miserablen Bedingungen.

Sie begegnen den Passagieren des Zürcher Verkehrsverbundes fast täglich: Mitarbeiter der Securitas sorgen für die Sicherheit an Bahnhöfen und in Zügen. Doch in der Securitas-Uniform steckt nicht immer ein Securitas-Mann, wie der «Kassensturz» heute berichtet.

Denn Securitas liess über eine Drittfirma Deutsche anstellen. Die Verträge liefen über das Subunternehmen AD Sicherheitsdienste und Service GmbH. Die Mitarbeiter aus Deutschland seien mit falschen Versprechen in die Schweiz gelockt worden, berichtet der «Kassensturz».

Nicht der einzige Vorbestrafte

Der Strafregisterauszug interessierte dabei offenbar niemanden. Ein ehemaliger Mitarbeiter sagt dem TV-Magazin, dass er wegen Gewalt gegen Polizisten und Sachbeschädigung vorbestraft sei und deswegen in Deutschland nicht mehr als Sicherheitskraft arbeiten dürfe. In der Schweiz sei dies jedoch kein Problem gewesen – das habe niemanden interessiert.

Er sei nicht der Einzige, sagt er dem «Kassensturz»: «Es gibt Mitarbeiter, die in Deutschland vorbestraft sind und dort niemals im Sicherheitsdienst arbeiten dürften.»

Versprochen worden sei den Mitarbeitern eine «sehr gute Bezahlung» und Vollzeit-Arbeit. Tatsächlich berichtet ein ehemaliger Mitarbeiter, nur etwa 70 bis 100 Stunden im Monat gearbeitet zu haben – es sei zu wenig Arbeit da gewesen. Sein Monatslohn sei deshalb oft unter 2000 Franken gefallen.

Illegale Arbeitsverträge

Nach Meinung eines Gewerkschafters unterzeichneten die deutschen Arbeitskräfte illegale Arbeitsverträge. Zum Beispiel: Dem Arbeiter könne fristlos gekündigt werden, wenn er sich bei Krankheit weniger als acht Stunden vor Dienstantritt abmeldet. Auch Unordnung in den Arbeiterwohnungen sei ein Grund für eine fristlose Entlassung.

Die Drittfirma schiebt gegenüber dem «Kassensturz» die Verantwortung an Securitas ab. «Die AD Sicherheitsdienste war dem gesamten Reglement der Securitas unterstellt.» Ein Sprecher der Securitas teilt mit, die Zusammenarbeit mit AD Sicherheitsdienste sei seit Herbst 2014 gänzlich aufgegeben worden.

Laut dem Sender hat Securitas inzwischen den grössten Teil der Mitarbeiter, die durch AD Sicherheitsdienste in die Schweiz geholt worden sind, übernommen. Ob sich darunter auch Personen befinden, die sich im Ausland strafbar gemacht haben, kann Securitas nicht ausschliessen.

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