Vandalismus : «Für solche Idioten wollen wir kein Geld ausgeben»

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Vandalismus «Für solche Idioten wollen wir kein Geld ausgeben»

Auf dem Areal des FC Gerlafingen SO wurde innert Kürze ein Festzelt verwüstet und ein Anhänger im Bach versenkt. Die Täter sind noch nicht gefasst, doch der Club hat einen Verdacht.

von
sul
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Unbekannte haben auf dem Sportgelände des FC Gerlafingen einen Catering-Anhänger im Bach versenkt.

Unbekannte haben auf dem Sportgelände des FC Gerlafingen einen Catering-Anhänger im Bach versenkt.

Facebook/FC Gerlafingen
Eine Woche zuvor verwüsteten die ein Festzelt.

Eine Woche zuvor verwüsteten die ein Festzelt.

Facebook/FC Gerlafingen
Das Gelände wurde in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Vandalenakten.

Das Gelände wurde in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Vandalenakten.

Google Maps

Der Sportplatz des FC Gerlafingen wurde in letzter Zeit mehrmals von Vandalen heimgesucht. So wurden in der Nacht vom 12. auf den 13. April die Seitenwände eines Festzelts abgerissen und die Festbänke umgekippt. Eine Woche später verschoben die Unbekannten einen Catering-Anhänger und versenkten ihn schliesslich im angrenzenden Bach, wie der Verein auf Facebook bekannt gibt.

Drei Gruppierungen im Verdacht

«Solche Vorfälle sind bedauerlich und traurig», sagt ein Verantwortlicher des Vereins, der nicht namentlich genannt werden will, zu 20 Minuten. Überrascht gewesen sei man allerdings nicht: «Vandalenakte kommen bei uns leider regelmässig vor, insofern sind wir ziemlich abgehärtet.» Immer wieder komme es zu Sprayereien, Tische würden als Grill benutzt, Littering gebe es beinahe wöchentlich. «Das Areal liegt relativ abgelegen, das kommt den Tätern entgegen», so der Vereinsfunktionär.

Dingfest gemacht wurden die Täter bisher nicht. Der Club hat jedoch bestimmte Leute im Verdacht: «Wenn man täglich im Dorf unterwegs ist wie ich, sieht man gewisse Gruppierungen, die umherziehen und ‹Seich im Gring› haben», sagt das Vorstandsmitglied. Diese würden etwa durch starken Alkoholkonsum und Pöbeleien negativ auffallen. Vermutlich kenne er sogar einige der Zerstörungswütigen persönlich, meint das Vorstandsmitglied.

Gebiet ist ein Hotspot

Das Gelände gehört der Gemeinde Gerlafingen. Mit dieser sei nun ein runder Tisch geplant, an dem das weitere Vorgehen besprochen werde. «Zur Diskussion stehen zum Beispiel Kameras und Lampen mit Bewegungsmeldern», sagt der Clubverantwortliche. Der Verein selber wolle aber nur «minimalsten Kostenaufwand» betreiben: «Mir ist es zu blöd, wegen solcher Idioten Geld auszugeben.» Lieber stecke man die finanziellen Mittel in die Juniorenförderung.

Wie die Kantonspolizei Solothurn gegenüber der «Solothurner Zeitung» verlauten liess, gebe es in Gerlafingen keine Auffälligkeiten im Hinblick auf pöbelnde Gruppierungen. Das Gebiet des Schulhauses sei allerdings als Hotspot definiert worden – ein Ort also, an dem sich Sachbeschädigungen, Vandalismus, Littering oder Lärmbelästigungen häufen. Die Polizei versuche, den Vandalenakten mit gezielten und vermehrten Kontrollen Einhalt zu gebieten.

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