Basel: Für solche Verkehrskontrollen gibt es «nur positive Rückmeldungen»
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BaselFür solche Verkehrskontrollen gibt es «nur positive Rückmeldungen»

43 Anzeigen und ein sichergestelltes Auto sind die Bilanz von zwei Wochen intensiver Kontrolltätigkeit der Basler Kantonspolizei am Hafen. Die Taktik ist klar: Mit viel Polizeipräsenz sollen die Autoposer vertrieben werden.

von
Lukas Hausendorf
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Kolonnen-Kontrolle: Innert vier Tagen nahm die Basler Kantonspolizei am Hafen in Kleinhüningen über 500 Autos unter die Lupe.

Kolonnen-Kontrolle: Innert vier Tagen nahm die Basler Kantonspolizei am Hafen in Kleinhüningen über 500 Autos unter die Lupe.

JSD BS
Dabei musste sie 27 Lenker wegen unerlaubter technischer Veränderungen am Auto verzeigen.

Dabei musste sie 27 Lenker wegen unerlaubter technischer Veränderungen am Auto verzeigen.

Kantonspolizei Basel-Stadt
Bereits eine Woche zuvor musste die Kantonspolizei im gleichen Gebiet 16 Lenker verzeigen. 

Bereits eine Woche zuvor musste die Kantonspolizei im gleichen Gebiet 16 Lenker verzeigen.

Kapo BS

Darum gehts

  • Mit intensiven Kontrollen vergrault die Basler Kantonspolizei seit Wochen die Autoposer-Szene am Basler Hafen.

  • Dabei wurden bereits über 700 Autos inspiziert und 43 Lenker angezeigt.

  • Die Polizei erntet dafür viel Dank von der Quartierbevölkerung und verspricht, die Kontrolltätigkeit hoch zu behalten.

«Korrekt so. Die Anwohner können keine Nacht mehr ruhig schlafen», kommentiert ein lärmgeplagter Kleinhüninger die neuste Grosskontrolle der Basler Kantonspolizei im Hafengebiet. Dieses ist schon seit Jahren ein beliebter Treffpunkt der Autoposer-Szene. Nachts ruht hier der Werkverkehr, es hat viel Platz und das Hafengelände selbst ist unbewohnt. Heulende Motoren und laute Auspuffanlagen stören hier scheinbar niemanden. Aber nur scheinbar. Bewohner der angrenzenden Quartiere leiden unter dem Lärm der getunten Autos.

Die Basler Kantonspolizei greift nun durch. Seit zwei Wochen werden am Wochenende nachts Grosskontrollen durchgeführt. Über 700 Autos wurden angehalten, 43 Lenker kassierten eine Anzeige und ein Auto wurde wegen einer illegalen Abgasanlage gleich sichergestellt. Am vergangenen Wochenende markierte die Kantonspolizei von Donnerstag bis Sonntag vier Tage in Folge Präsenz und inspizierte 510 Fahrzeuge.

«Kontrolltätigkeit wird hoch bleiben»

Die unerlaubten Carrosserie-Anbauteile, modifizierten Auspuffanlagen, Beleuchtungen und was sonst noch zu einer Anzeige führte, wird für die fehlbaren Lenker in einem Strafbefehl münden. Das wird teuer. Neben Bussgeldern werden dann noch Verfahrenskosten fällig. Die Ausfahrt an den Hafen kann so rasch mal mehrere hundert oder gar über tausend Franken teuer werden.

Das Ziel der intensiven Polizeikontrollen ist klar: Das Hafengebiet soll zur No-go-Zone für Autoposer werden. «Die Kontrolltätigkeit wird hoch bleiben», sagt Polizeisprecher Toprak Yerguz. Besonders, da der Hafen in den «schöneren Jahreszeiten» ein Anziehungspunkt dieser Szene sei.

Was die Auto-Freaks ärgert, freut die Anwohner. Yerguz berichtet von «ungewöhnlich zahlreichen» Rückmeldungen der Quartierbevölkerung. Und diese seien bis jetzt «ausschliesslich positiv» gewesen.

Pluspunkte für die Departementschefin

Die Departementschefin Stephanie Eymann wird das freuen. Dass die Polizei nur wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt plötzlich durchgreift am Hafen, dürfte ihr viel Goodwill bei der Bevölkerung einbringen. Der Fokus der Polizei auf die Poser-Szene sei aber keine strategische Vorgabe von ihr, versichert Yerguz. «Verkehrskontrollen richten sich nach den Erkenntnissen der Kantonspolizei, die sie dank eigener Beobachtungen, dank Meldungen aus der Bevölkerung und dank dem Austausch mit anderen Partnern gewonnen hat.»

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