Eddie Redmayne: «Für Stephen Hawking ist jeder Tag ein Geschenk»
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Eddie Redmayne«Für Stephen Hawking ist jeder Tag ein Geschenk»

Wie spielt man Stephen Hawking? Einen Mann, dem eine Krankheit die Fähigkeit, zu sprechen und sich zu bewegen, geraubt hat? Eddie Redmayne hat das Experiment gewagt.

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cat/rar

Die Lebensgeschichte von Stephen Hawking ist perfekter Filmstoff. Mit Anfang 20 wird beim jungen Physiker die Nervenkrankheit ALS diagnostiziert. Die Ärzte teilen ihm mit, dass er noch zwei Jahre zu leben hat. Ausgerechnet jetzt, als seine Genialität als Wissenschaftler zum Vorschein kommt und er in der schönen Jane die Liebe seines Lebens gefunden hat.

Der Film «The Theory of Everything», der am 25. Dezember in die Schweizer Kinos kommt, widmet sich in erster Linie der Liebe zwischen Jane und dem weltberühmten Physiker, die der schweren Krankheit und den Verlockungen des Ruhms standhält. Zunächst. Denn im Gegensatz zum Universum hat diese Beziehung eben doch einen Anfang und ein Ende.

Enorme Herausforderung

In die Rolle des genialen Naturwissenschaftlers, der unter seinen Fans fast schon den Status eines Popstars geniesst, schlüpfte Eddie Redmayne. Es ist die wohl grösste Herausforderung seiner noch jungen Karriere, denn er muss die ganze Palette menschlicher Emotionen mit kaum einer Regung abdecken. Schliesslich ist Stephen Hawking seit Jahren an den Rollstuhl gefesselt und kann heute nur noch mit einem Sprachcomputer kommunizieren.

Dass Redmayne die Darstellung so gekonnt meisterte, verdankt er nicht zuletzt seinem Treffen mit Hawking. «Auch wenn er nur wenige Muskeln bewegen kann, verfügt er über das charismatischste Gesicht, das ich je gesehen habe», sagt der Schauspieler zu 20 Minuten.

Eine Nominierung für den Golden Globe hat sich der 32-Jährige mit seiner Leistung bereits gesichert. Und wenn am 15. Januar die Nominierungen für die Oscars bekannt gegeben werden, wird sich sein Name wohl auch in der Liste der besten Schauspieler des Jahres finden. Davon lässt sich Redmayne aber nicht beeindrucken. «Ich versuche diese Gerüchte zu ignorieren. Das lenkt mich nur von meiner Arbeit ab. Ich mache lieber einen Schritt nach dem anderen und halte meine Ohren zu», sagt er im Interview.

«Jeder Tag ist ein Geschenk»

Die schwierige Rolle hat ihm neben beruflicher Anerkennung auch eine Lebenslektion beschert. «Als er 21 war, sagten die Ärzte zu Stephen, dass er nur noch zwei Jahre zu leben habe. Jeder Tag darüber hinaus ist ein Geschenk für ihn und daher lebt er leidenschaftlich. Von ihm habe ich gelernt, dass wir das Beste aus unserer Zeit machen müssen.»

Sein perfektes Jahr soll der Londoner Redmayne am vergangenen Montag mit einer Hochzeit gekrönt haben. Im englischen Somerset habe er seiner Verlobten, der PR-Frau Hannah Bagshawe, das Jawort gegeben, berichtet das Magazin «Us Weekly».

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