Koranschule in Somalia : Für Streber gibt es eine Kalaschnikow
Aktualisiert

Koranschule in Somalia Für Streber gibt es eine Kalaschnikow

Eine Nachricht aus der Sparte «andere Länder, andere Sitten»: Für einen Wettbewerb für Kinder in Somalia haben die Al-Schabaab-Milizen einen speziellen Hauptpreis gesponsert.

In Somalia sind Kinder mit Waffen keine Seltenheit.

In Somalia sind Kinder mit Waffen keine Seltenheit.

Kalaschnikows für gute Koranschüler: Ein von der radikalislamischen Al-Schabaab-Miliz betriebener Radiosender in Somalia hat einen Rezitierwettbewerb für Kinder veranstaltet, bei dem als Hauptpreis schwere Waffen verteilt wurden.

Der Gewinner ging mit einem AK-47 Kalaschnikow-Sturmgewehr und einem Geldpreis in Höhe von umgerechnet 600 Franken nach Hause, berichtete der britische Sender BBC am Dienstag.

Der Zweitplatzierte erhielt ebenfalls eine Kalaschnikow und eine Summe von 420 Franken, während der Drittplatzierte den Wettstreit mit zwei Handgranaten und etwa 360 Franken verliess. Zudem erhielten die Teilnehmer religiöse Bücher, hiess es.

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Eine Hand Erziehung, eine Hand Waffe

«Kinder sollten eine Hand für ihre Erziehung benutzen und in der anderen eine Waffe halten, um den Islam zu beschützen», sagte Al-Schabaab-Sprecher Mukhtar Robow bei der Preisverleihung. Der Wettbewerb des Radiosenders «Andulus» wurde im Fastenmonat Ramadan in Elasha, 20 Kilometer von der Hauptstadt Mogadischu, ausgetragen.

Zur Teilnahme aufgerufen waren Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren. In den vergangenen zwei Jahren hatten Kinder bei ähnlichen Wettbewerben bereits um einen Raketenwerfer als Hauptgewinn gerungen.

Die Rebellen der Al-Schabaab kontrollieren grosse Teile des südlichen und zentralen Somalias, wo derzeit eine verheerende Dürre herrscht. Die Miliz bekämpft die Übergangsregierung in Mogadischu und will am Horn von Afrika einen islamischen Gottesstaat einrichten, der sich an einem weltweiten Dschihad beteiligt. (sda)

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