26.09.2016 03:53

Bärschwil SO«Für uns ist das ganze Jahr über Pilzsaison»

Rund 50 Personen von zwei Vereinen machten sich am Sonntag auf die Suche nach Pilzen im Raum Bärschwil. Bei (zu) schönem Wetter konnten doch einige Exemplare gefunden werden.

von
las

Die Pilzvereine Laufental-Thierstein und Oberbaselbiet waren am Sonntag auf Exkursion. (Video: las)

Hobbysammler gehen vor allem im Herbst auf Pilzsuche. Für die Pilzbegeisterten der Vereine Laufental-Thierstein und Oberbaselbiet aber herrscht das ganze Jahr über Pilzsaison, so die Präsidentin der ersteren Vereinigung, Franziska Maler (63). «Im Herbst gibt es vor allem viele essbare Pilze zu finden. Darum gilt diese Zeit im Volksmund als Pilzsaison. Wir allerdings unternehmen das ganze Jahr hindurch Exkursion und bestimmen und kartieren unsere Funde für das Bundesamt für Umwelt.»

Es geht den Pilzliebhabern also nicht nur um die essbaren Arten. Vor allem interessiert sind die Kenner an der zu beobachtenden Pilzwanderung. «Wegen des sich erwärmenden Klimas wandern Sorten aus dem Süden zu uns, die es hier früher nicht gab», so Maler. Andere Sorten, die in unseren Breitengraden lange üblich waren, seien dafür immer seltener zu finden. Dies stelle besonders für Laien eine Herausforderung dar, da sie plötzlich ihnen unbekannte, giftige Pilze finden könnten.

Leidenschaft geht durch den Magen

Natürlich gehört bei einer Pilzexkursion wie der vom Sonntag auch Pilz auf den Teller. Hier müsse man aber vorsichtig sein, warnt Maler. «Grundsätzlich sollte man nur Pilze sammeln, die man kennt. Unbekannte Exemplare muss man unbedingt zur Pilzkontrolle bringen.» Dann stehe auch dem Verspeisen des Tagesfundes nichts im Weg. Sie empfiehlt, Pilze immer mindestens 15 Minuten zu kochen und mit Mass zu servieren. «Pilze sind für mich ein Genussmittel. Sie liegen aber schwer auf dem Magen, und besonders Kinder sollten nicht zu viel essen.»

Allerdings: Viel zu finden gäbe es in ihrer Region nicht, sagt Maler. Die Böden seien ganz einfach zu trocken. Man finde kaum Speisepilze, und wenn, dann nur wenige.

Dennoch finden die Profis natürlich immer was. Die Pilze, die von den rund 50 Personen im Rahmen der etwa zweistündigen Exkursionen gefunden wurden, mussten zuerst genau identifiziert werden, bevor sie in die Pfanne kamen. Aus kulinarischer Sicht war es für Maler ein Höhepunkt, als sie vor Jahren einen etwa tennisballgrossen Trüffel gefunden hat. «Das gab wunderbare Trüffel-Spaghetti», erinnert sie sich lachend.

Sorge zum Biotop ist wichtig

Damit es auch in Zukunft Pilze im Wald zu finden gibt, muss mit diesen aber vorsichtig umgegangen werden. «Pilzschutz ist Biotop-Schutz», erklärt Walter Flück (70), Pilzkontrolleur von Liesberg BL. So habe eine im Waadtland durchgeführte Studie gezeigt, dass der beste Weg Pilze zu erhalten jener sei, nicht unkontrolliert durch den Wald zu pflügen. Die Testsektoren, auf denen sich die Waldgänger auf Holzstegen bewegten, hätten die grössten Pilzvorkommen vorgewiesen. Handlungsbedarf sieht Flück vor allem bei der Holzindustrie, die das Biotop mit dem Einsatz von schwerem Gerät belaste.

Um die Natur auch einmal in die Halle zu bringen, wie es Maler formuliert, organisiert der Pilzverein Laufental-Thierstein alle drei Jahre eine grosse Pilzausstellung in Zwingen BL. Diese findet im zweiten Wochenende der Baselbieter Herbstferien statt und offeriert Pilzliebhabern eine Bandbreite von 300 bis 400 regionalen Arten. So bleibt wenigstens in dieser Zeit der Waldboden von Schuhsohlen verschont.

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