23.07.2020 02:59

Damian Lynn

Für vier Minuten Auftritt reiste er neuneinhalb Stunden nach Berlin

Der Luzerner Damian Lynn hats ins deutsche Fernsehen geschafft. Aber nur knapp. Das ist der jüngste aus einer Menge Meilensteine in der Karriere des Popmusikers. Hier sind die fünf wichtigsten.

von
Schimun Krausz

Wies in so einem TV-Studio aussieht? Damian Lynn zeigts dir. Und uns. Er zeigts allen.

Invideo/20 Minuten

Darum gehts

  • Am Freitag präsentierte Damian Lynn seine neue Single «Blink of an Eye» live im deutschen TV.
  • Kleiner Stolperstein: Er und sein Drummer «verpassten» den Hinflug am Donnerstagabend und mussten darum spontan mit dem Auto nach Berlin reisen.
  • Der Gig im «ZDF Morgenmagazin» darf durchaus als Meilenstein in der Musikerkarriere des Luzerners angesehen werden.
  • Zu diesen Meilensteinen zählen auch der erste Gesangsauftritt im Schülerchor (OMG, beim Video wirst du bitzli sterben vor Cuteness!) und der Song, der zum Soundtrack der 2018er Fussball-WM gewählt wurde.
  • Wir zählen sie auf.

Das erste Mal am Mikrofon

«Ohne Herrn Brun wäre ich jetzt wahrscheinlich nicht, wo ich bin», sagt Damian Lynn ganz offen zu 20 Minuten. Damals war er neun Jahre alt, und der besagte musikbegeisterte Lehrer fragte ihn, ob er nicht mal solo singen wolle, «weil es wohl einigermassen easy klang, wenn ich den Mund aufgemacht habe».

Beim Abschlusskonzert der vierten Primar habe er mehrere Soli gestemmt – unter anderem auch beim Softrock-Welthit «Eternal Flame» von The Bangels. «So fand ich den Mut zum Singen», so der Luzerner, «weil ein paar Jahre später, als Teenie, hätte ich mich das wohl nicht mehr getraut.»

Der Rockband-Frontmann

Als der 29-Jährige mit der wunderbaren Popstimme halb so alt war wie heute, klang er noch komplett anders. Als Sänger der Alternative-Rock-Schülerformation Sway89 kratzte es aus Damians Rachen, als würde Schmirgelpapier statt Stimmbändern in seinem Hals stecken. «Die Leute fragten mich ständig, wie viel ich rauche und trinke», verrät der Musiker amüsiert.

Das Video unten entstand in der Luzerner Schüür, wo Sway89 später den Bandwettbewerb Sprungfeder gewannen. Mit dem Preisgeld nahmen sie ihre erste EP auf, wenig später stieg der Frontmann aus und rief im Herbst 2012 sein Damian-Lynn-Soloprojekt ins Leben.

Schlangen bis um den Block

Anfang 2017 haute Damian Lynn seinen bislang grössten Hit «When We Do It» raus. «Damals war es noch einfacher, auf den wichtigen Spotify-Playlists zu landen», sagt der Luzerner. Der Erfolg der Single befeuerte die Ticketverkäufe seiner ersten Headliner-Tour durch Deutschland gewaltig.

«München und Hamburg waren zwar ausverkauft, aber am meisten Leute kamen in Köln», erinnert er sich, «ich weiss noch, wie ich im Backstage stand und sehen konnte, wie die Leute die Strasse entlang bis um den Block angestanden sind. Das war geil.» Er fügt an, dass es zu Hause in der Schweiz für ihn trotzdem nach wie vor nicht einfach sei, die Venues zu füllen.

Der Olympia-, äh, WM-Song

«Feel the Heat» reichte Damian eigentlich ein, weil das SRF einen Song zur Untermalung der Berichterstattung zu den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang suchte. «Sie riefen mich dann an und sagten mir, dass sie eine schlechte und eine gute Nachricht für mich haben: Sie wollten den Song nicht für Olympia, dafür für die Fussball-WM im Sommer. Das war mir eh recht, Pyeongchang war so zeitverschoben, dass ich eh nicht viel hätte schauen können.»

Die WM aber gab er sich – gerne auch an den Public Viewings. «Aber niemand hat gecheckt, dass ich das bin, der den Song, der in den Werbepausen lief, gemacht hat», so Damian. Mit dem Musikvideo zur eben releasten Single «Blink of an Eye» wolle er den Schweizerinnen und Schweizern darum klarer zeigen, wer er ist und woher er kommt – damit Szenen wie in Köln auch hierzulande zur Realität werden.

Neuneinhalb Stunden Fahrt für vier Minuten TV-Fame

Vergangenen Freitag bekam Damian die Chance, sein Gesicht und seine Musik in Deutschland noch bekannter zu machen: Er durfte im «ZDF-Morgenmagazin» auftreten. «Wir waren rechtzeitig am Zürcher Flughafen, ich schwöre», beteuert der Musiker. Aber er und sein Drummer durften nicht mehr in die Easyjet-Maschine einsteigen. «Der Flug war eh überbucht, wir hatten gar keine Chance.»

Dem Duo blieb am Donnerstagabend also nur noch das Auto, um bis am frühen Freitagmorgen rechtzeitig im TV-Studio in Berlin zu sein. «Eine Kollegin unserer Crew setzte sich spontan ans Steuer und fuhr fast den ganzen Weg, damit wir noch ein wenig schlafen konnten. Nach neuneinhalb Stunden Fahrt waren wir ziemlich durch den Wind, aber auch pumped und excited.»

Nach der Livesendung habe er einiges an positivem Feedback erhalten, sagt er. «So habe ich gemerkt, dass durchaus noch viele Leute die Sendung verfolgen.» Den Auftritt kannst du hier beim ZDF nachschauen.

Damian Lynn spielt am 15. August am Rivella-Pedalo-Festival (20 Minuten ist Medienpartner – Tickets dafür kannst du dort gewinnen) und holt am 4. September seinen Gig in der Luzerner Schüür nach, der am 13. März aufgrund der Corona-Massnahmen gecancelt werden musste, als die Band bereits auf der Bühne stand.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.