Aktualisiert 05.02.2017 11:13

VerkehrszukunftFürs Autofahren brauchts bald keine Prüfung mehr

Kein Lenkrad, kein Fahrer, kein Billett – in acht Jahren braucht es für selbstfahrende Autos keine Fahrprüfung mehr. Fahrlehrer fürchten um ihre Existenz.

von
NXP
Freihändiges und Lizenzfreies Fahren: Eine Amerikanerin testet den Prototypen des selbstfahrenden Google Cars in Mountain View, Kalifornien. (13. Mai 2015)

Freihändiges und Lizenzfreies Fahren: Eine Amerikanerin testet den Prototypen des selbstfahrenden Google Cars in Mountain View, Kalifornien. (13. Mai 2015)

Keystone/AP Photo/Tony Avelar

Unter Hochdruck arbeiten Hersteller von Daimler bis Tesla an selbstfahrenden Autos. Sobald die Roboterautos durch die Strassen rollen, braucht es keine Fahrprüfung mehr. Das kündigte Werner Jeger, Vize-Direktor des Bundesamts für Strassen (Astra), an einer Tagung des Schweizerischen Fahrlehrerverbands an, wie die «SonntagsZeitung»berichtet.

Bei den vollautomatisierten Autos sei «eine Führerprüfung nicht mehr erforderlich», sagte der Astra-Vertreter. Die Sicherheit beim Fahren werde «ausschliesslich durch die Technik gewährleistet».

«Alle sind im Auto Passagiere»

Laut einer Studie von Morgan Stanley und der Boston Consulting Group wird es schon in acht Jahren in der Schweiz vollautomatisierte Autos geben. Diese selbstfahrenden Fahrzeugen haben kein Lenkrad mehr, kein Bremspedal und auch sonst keine Bedienelemente, die auf die Fahrt einwirken können.

«Folglich haben diese Fahrzeuge auch keinen Fahrer mehr, der einen Führerausweis braucht», sagt Astra-Sprecher Michael Müller gegenüber der SonntagsZeitung. «Alle Menschen im Auto sind Passagiere.»

Fahrlehrer müssen umdenken

Die technologischen Umbrüche, wie sie jetzt anstehen, haben einschneidende Folgen für die 3500 Schweizer Fahrlehrer. «Mit vollautomatisierten Autos wird es den Fahrlehrer, wie wir ihn heute kennen, nicht mehr brauchen», sagt Willi Wismer, Vorstandsmitglied beim Zürcher Fahrlehrerverband.

Noch in diesem Jahr will der Schweizerische Fahrlehrerverband (SFV) «das gesamte Berufsbild des Fahrlehrers überarbeiten», sagt SFV-Vorstandsmitglied Marc Matti. «Mit einem automatisierten Auto muss man nicht mehr am Berg anfahren oder seitlich parkieren können, das macht das Fahrzeug selber», sagt Matti. «Fahrlehrer können den Unterricht vermehrt nutzen, das Verkehrsverhalten und den Verkehrssinn zu schulen.»

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