Obwohl es gar nicht stattfindet: Fürs Ghost Festival wurden schon 12’000 Tickets verkauft
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Obwohl es gar nicht stattfindetFürs Ghost Festival wurden schon 12’000 Tickets verkauft

Die Köpfe hinter der als nicht stattfindendes Festival verpackten Spendenaktion für Schweizer Musikschaffende ziehen eine positive Zwischenbilanz.

von
Schimun Krausz

Der Teaser zum Ghost Festival oder: Was wir an Livegigs am meisten vermissen.

Ghost Club/Tim Dürig

Darum gehts

  • In den drei Wochen seit dem Announcement des Ghost Festival sind bereits 12’000 Tickets verkauft worden.

  • Die Organisator*innen freuts.

  • Das Festival findet übrigens gar nicht statt.

  • Das Geld aus den Ticketverkäufen fliesst schlussendlich vollumfänglich an die knapp 300 Acts auf dem Line-up.

  • Damit diese wenigstens einen Teil ihrer durch die Pandemie und deren Folgen verursachten Verdienstausfälle wettmachen können.

Vor rund drei Wochen wurde es angekündigt, in drei Wochen steigt es. Respektive steigt es nicht – das Ghost Festival findet schliesslich gar nicht statt; wer Tickets dafür kauft, tätigt damit eine direkte Spende für die 295 teilnehmenden Schweizer Acts beziehungsweise 1278 Musikschaffenden, die aufgrund der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen und Bestimmungen seit fast einem Jahr ihren Job nicht machen und darum teilweise ihre Rechnungen nicht bezahlen können.

Diese Halbzeit nehmen die (Nicht-?)Veranstalter*innen zum Anlass für eine Zwischenbilanz und melden: «Bislang sind rund 12’000 Tickets verkauft worden, insbesondere Zweitagespässe und VIP-Tickets!» Welchen Spendenbetrag das konkret bedeutet, verraten die (Un-?)Verantwortlichen noch nicht – die komplette Summe, die vollumfänglich aufs Konto der teilnehmenden Acts fliessend wird, nennen sie dann wohl am Schluss der Aktion.

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Mit solchen Motiven und Hashtags teasten richtig viele Schweizer Musikacts – wie hier die Zürcher Kimono-Gitarrer Tim Freitag – vor Weihnachten und nach Neujahr das Ghost Festival an – wobei damals noch nicht bekannt war, wofür diese Posts stehen.

Mit solchen Motiven und Hashtags teasten richtig viele Schweizer Musikacts – wie hier die Zürcher Kimono-Gitarrer Tim Freitag – vor Weihnachten und nach Neujahr das Ghost Festival an – wobei damals noch nicht bekannt war, wofür diese Posts stehen.

Screenshot Instagram/timfreitag
«Das ist der bekannte ‹Strich durch die Rechnung›, von dem es dieses Jahr zu viele gab», interpretierte ein Dabu-Fantastic-Fan das Motiv kurz vor Weihnachten. Clever.

«Das ist der bekannte ‹Strich durch die Rechnung›, von dem es dieses Jahr zu viele gab», interpretierte ein Dabu-Fantastic-Fan das Motiv kurz vor Weihnachten. Clever.

Screenshot Facebook/dabufantastic
295 Acts stehen auf dem Line-up des nun angekündigten Ghost Festival – darunter Pop-Darling Luca Hänni.

295 Acts stehen auf dem Line-up des nun angekündigten Ghost Festival – darunter Pop-Darling Luca Hänni.

Instagram/lucahaenni1

Wir machen eine hypothetische Rechnung

Aber eine vorsichtige Rechnung können wir ja trotzdem wagen. «Insbesondere Zweitagespässe und VIP-Tickets» – das liest sich wie ungefähr 3000 Eintagestickets à 20 Franken und 9000 Zweitages- und VIP-Pässe. Und weil die VIP-Tix mit 100 Franken doppelt so teuer sind wie die Zweitagespässe mit 50 Franken, wurden davon wohl weniger verkauft – also vielleicht 3000 VIP-Karten und 6000 Zweitagestickets.

Das macht zusammengerechnet einen wahnsinnig hypothetischen und absolut unbestätigten, aber wahrscheinlich nicht komplett unrealistischen Spendenbetrag von 660’000 Franken, der nach nur drei Wochen zusammengekommen ist beziehungsweise sein könnte. Die Organisator*innen finden jedenfalls: «Wir freuen uns sehr über die positive Zwischenbilanz und die grosse Solidarität gegenüber den Schweizer Musikschaffenden.»

Sie fügen an: «Das Festival ist aber noch lange nicht ausverkauft, denn dank ausgeklügeltem Schutzkonzept können bis zu acht Millionen Menschen das Ghost Festival nicht besuchen und so das Schweizer Musikschaffen unterstützen.» Es fehlen also nur noch 7,988 Millionen verkaufte Tickets, bis dieses ambitionierte Ziel erreicht ist.

Tickets für den Event, der am 27. und 28. Februar (nicht) stattfindet, gibts via der offiziellen Festival-Website. 20 Minuten ist Medienpartnerin.

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