Statistik: Fürs Schaf ist der Hund gefährlicher als der Wolf
Aktualisiert

StatistikFürs Schaf ist der Hund gefährlicher als der Wolf

Die Statistik spricht eine eindeutige Sprache: Hunde stellen die grösste Gefahr für Schafe dar. Dennoch zittern die Schafzüchter vor allem vor dem Wolf.

von
Didier Bender

Die Statistik ist unbestechlich: Der Hund ist das Raubtier, das die meisten Schafe reisst. Dies ist jedenfalls das Resultat einer Studie, die im Jahr 2000 im Kanton Tessin durchgeführt wurde. Hunde töten dort im Durchschnitt 200 Schafe und 80 Ziegen pro Jahr, während dem Wolf jährlich nur 70 Nutztiere zum Opfer fallen, wie Le Matin Dimanche schreibt.

Diese Studie überzeugt aber die Schafzüchter ganz und gar nicht. «Man darf nicht verallgemeinern», sagt Florian Volluz, Präsident der Vereinigung der Unterwalliser Schaf- und Ziegenzüchter. «Die Schadensfälle durch Hunde bleiben episodisch, während Wölfe innert kürzester Zeit viele Schafe reissen.»

Wölfe töten 64 Schafe, Hunde nur zehn

Volluz geht von seiner dreissigjährigen Erfahrung als Schafzüchter aus. Er erinnert sich nur an zehn von Hunden getötete Schafe. Die Erinnerungen an den Wolf sind da erheblich schmerzlicher: «Allein im Sommer 1995 habe ich 64 Schafe durch Wolfsattacken verloren.» Ein anderer Schafzüchter, den wir ebenfalls angefragt haben, wollte keine detaillierte Auskunft geben, drückte aber sein Erstaunen über diese Zahlen aus.

Auch die Walliser Jäger sind eher skeptisch. Einer ihrer Vertreter sagt, nur wenige Schafe würden von Hunden gerissen. Vor wenigen Tagen habe es zwar einen entsprechenden Vorfall im Oberwallis gegeben, doch dabei habe es sich um streunende Hunde aus Italien gehandelt. «Wir haben unsere Hunde unter Kontrolle», erklärt er stolz.

Ob Wolf oder Hund: Die Schafzüchter kämpfen für den Schutz ihrer Herde und den Erhalt ihres Berufes, was schwierig genug ist. «Diejenigen, die sich für die Duldung des Wolfs aussprechen, bringen unser Metier in Gefahr», klagt Florian Volluz.

Übersetzung: Rolf Maag

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