Aktualisiert 22.08.2013 16:52

Projekt Ubuntu EdgeFürs Traum-Smartphone fehlen 20 Millionen

Ein Highend-Gerät, das die heutige Konkurrenz rund um Apple, Samsung und Co. aussticht: Das Ubuntu Edge wird bereits als Über-Smartphone gefeiert, doch die Finanzierung droht zu scheitern.

von
dsc

Das komplett in schwarz gehaltene Ubuntu Edge besteht innen wie aussen aus edlen Materialien. Und es übertrifft die Smartphone-Topmodelle der Konkurrenz – ob Galaxy S4 von Samsung, HTC One oder iPhone 5 von Apple – um Längen, was die technischen Spezifikationen betrifft.

Auch bezüglich Software herrschen fast paradiesische Zustände. Als Nutzer wählt man zwischen zwei modernen Betriebssystemen, die beide auf dem Highend-Gerät laufen. Und es kommt noch besser: Das Gerät kann nicht nur als Smartphone verwendet werden, sondern auch den Desktop-Computer ersetzen. Man schliesst es einfach an einen Monitor oder ein HDMI-fähiges Gerät an und erhält einen vollwertigen Linux-PC.

Der Formel-1-Bolide kostet

Der Haken an der Sache: Noch existiert das Ubuntu Edge lediglich als Prototyp. Um das Smartphone in Asien fabrizieren zu lassen, braucht die Entwicklerfirma Canonical Geld. Viel Geld.

Gefordert sind die Internet-Nutzer und Technikbegeisterten rund um den Globus. Über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo.com können sie bis Mittwoch (21. August ) eine Vorauszahlung leisten. Das Problem: Bis anhin ist zwar eine rekordmässige Summe von mehr als 11 Millionen US-Dollar zusammengekommen. Doch die Initianten wollen 32 Millionen einnehmen. Nur wenn diese Investitionssumme erreicht wird, soll das Projekt weitergeführt werden. Bis zum Ende der Indiegogo-Kampagne wird das Ubuntu Edge zum Spezialpreis von 695 Dollar angeboten.

Der Chef von Canonical, Mark Shuttleworth, stellt sein «Kind» in einem längeren Youtube-Video vor und weist auf Parallelen zur Autoindustrie hin. Dem Ubuntu Edge komme quasi die Rolle der Formel 1 zu. Sprich: Für das Pionierprojekt werden die besten und neuesten Technologien verwendet. So sollen die Käufer frühestens im Mai 2014 ein exklusives Gerät in den Händen halten, das nicht in den Läden verfügbar sein wird.

Kein Pixelwettrüsten

Interessantes Detail: Bezüglich Bildschirm-Auflösung will Canonical nicht beim stetigen Wettrüsten mitmachen. Das Display mit einer Diagonalen von 4,5 Zoll sei zwar hochauflösend, biete aber kein Full HD. Begründung: Das menschliche Auge könne eh keine höheren Auflösungen als 300 Pixelpunkte (ppi) wahrnehmen. Zudem seien Geräte mit Full-HD-Auflösung wahre Stromfresser.

Im alltäglichen Betrieb können die Nutzer zwischen dem Android-Betriebssystem und der Linux-Variante Ubuntu for Phones auswählen oder via grossem Bildschirm die Desktop-Version des Ubuntu-Systems verwenden. Damit entfällt das lästige Synchronisieren von Inhalten zwischen den PCs, Tablets und Smartphones. Die Maus und andere Peripheriegeräte werden via Bluetooth-Verbindung angeschlossen.

Kritische Stimmen

Seitens der Internet-Nutzer sind vermehrt auch kritische Stimmen zu hören. Das Finanzierungsziel sei viel zu hoch angesetzt worden, heisst es. Den Verantwortlichen sei es wohl in erster Linie um das Schüren des Medieninteresses gegangen. Ein Kommentarschreiber meint, dass sich auch schon andere Hersteller an alternativen Smartphone-Systemen versucht hätten. An der Vormachtstellung von Samsung (Android) und Apple (iOS) habe dies nichts geändert. Und schliesslich wird auch noch die Hoffung geäussert, dass der vermögende Canonical-Chef das (vermutlich) fehlende Geld einschiessen werde...

Im nachfolgenden Video wird ein Nexus 4 mit Ubuntu-Software gezeigt.

(Quelle: youtube.com)

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