Busunglück von Siders : Fuhr der Chauffeur absichtlich in die Mauer?
Aktualisiert

Busunglück von Siders Fuhr der Chauffeur absichtlich in die Mauer?

Der Fahrer des Cars, in dem 2012 in Siders 28 Menschen starben, soll bewusst einen Unfall gebaut haben - aus Selbstmordabsicht. Zu diesem Schluss kommt eine Rechtsmedizinerin.

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cbx/lüs

Brisante Theorie zum Carunglück, bei dem vor zwei Jahren im Wallis 28 Menschen ihr Leben verloren haben: «Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Chauffeur mit Absicht in die Mauer gefahren ist, obwohl er unter dem Einfluss von Antidepressiva stand», sagte die Rechtsmedizinerin Selma Eikelenboom in der holländischen Sendung «EenVandaag». Den Unfall auf Unachtsamkeit des Lenkers zurückzuführen, sei keine valable Erklärung.

Eltern der Opfer hatten ein amerikanisches Privatunternehmen damit beauftragt, den Carunfall zu rekonstruieren - was diese Anfang Juli taten. Die Rekonstruktion habe ergeben, dass der Chauffeur zwei perfekt kontrollierte Manöver durchgeführt habe, um in die Mauer zu prallen, berichtet die Zeitung «Het Laatste Nieuws».

Walliser Justiz schliesst Suizid aus

Der Car war am 13. März 2012 in die Mauer eines Tunnels auf der A9 bei Siders geprallt. 22 Kinder aus Belgien und Holland, die auf dem Rückweg von den Skiferien waren, und 6 Erwachsene verloren ihr Leben, 24 weitere Kinder wurden verletzt. Die Walliser Justiz schliesst nach ihrer Untersuchung sowohl ein technischen Problem als auch eine suizidale Absicht des Chauffeurs aus.

Die Witwe des Chauffeurs, Evy Laermans, glaubt an die Ergebnisse der Walliser Untersuchung. «Das war eine sehr gründliche und lange Untersuchung mit den besten Experten der Schweiz», sagte sie der Nachrichtenagentur Belga. Die Suizid-Theorie weist sie kategorisch zurück. Der privat durchgeführten Rekonstruktion mangle es an Objektivität - es sei dabei von Anfang an darum gegangen, den Unfall als Suizid ihres Mannes darzustellen.

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